Wohnen über dem Industriegebiet
Haus von Leopold Banchini bei Genf
„Kontraste“ könnte der Begriff sein, mit dem in einem Wort das Entwurfskonzept des Casa CCFF zusammengefasst ist. Der Schweizer Architekt Leopold Banchini aus Lancy entwarf für seine Heimatstadt südwestlich von Genf ein Einfamilienhaus inmitten von Fabrikbauten, mit Blick auf den Genfer Industriebahnhof. Von außen wirkt das Wohngebäude unauffällig, fast in Schwarz gehalten, während die weißen Innenräume hell und offen sind. Zwei Wintergärten holen außerdem Pflanzen ins Haus.
Zu der unüblichen Lage kommt das Dach in Form eines Sheds hinzu – eine bei Wohnhäusern eher selten zu findende Dachform, die hier die umliegenden Industriehallendächer nachahmt. Im Inneren sorgt diese Lösung für viel Licht und Helligkeit. Das Haus steht auf schlanken Stützen, wobei Banchini die Konstruktion zusammen mit dem Ingenieur Marc Walgenwitz entwickelt hat. Es ist fast vollständig aus Holz und Grobspanplatten (OSB Platten) geplant und innerhalb von einer knappen Woche aufgebaut worden. Die Baukosten wurden durch die Verwendung von Standardfertigteilen für Wände und Fenster reduziert.
Der Gundriss, unter dem im offenen Erdgeschoss auch das Auto Platz findet, ist quadratisch. Unten befindet sich auch der gläserne Eingangsraum, von dem aus eine Wendeltreppe ins Wohngeschoss führt. Dieses umfasst 160 Quadratmeter und nimmt eine offene Küche und einen großen Wohnraum auf. Die privaten Räume wie das Bad und zwei Schlafzimmer sind vom großen offenen Bereich abgetrennt. Ein gläserner Wintergarten inmitten des Raums strukturiert die Funktionen Küche und Wohnen. Ein zweiter Wintergarten grenzt die beiden Schlafräume voneinander ab. (eb)
Fotos: Dylan Perrenoud
Wer jemals an einer Bahnlinie lebte, erlebte wie dort ein Zug fuhr und nicht schwebte, am Morgen, am Abend, bei Tage, bei Nacht, wer jemals vom Qietschen der Bremsen erwacht... der ahnt, dass hier nur in des Winters Gärten, ein Lüftchen weht, ohne des Lärmes Härten, die man sich mit Ausrichtung zu den Gleisen erwarb, unter Aufgabe einer leisen Heimstatt, an anderer Position. Doch abgeseh´n davon, möchte ich schon zugeben: Des Lichtes lautlose Präsenz schafft im Tausch für die Ruhe wahrlich Opulenz! (Möge die Schallschutzverglasung ein stetig verlässlicher Partner ihr sein!)
Ich bin begeistert. Diese Einfachheit, diese Feinheit, dieses Licht an diesem groben Ort, wunderbar.