Sieht wie eine Villa aus
Hadid-Reihenhaus für die Schweiz
Das bisher mit Architekturkritik nicht einschlägig hervorgetretene Handelsblatt hat jetzt einen Coup gelandet: Es zeigt Zaha Hadids erstes Wohnhaus! Einen genauen Ort hat das Haus zwar noch nicht, doch der Bau der „israelischen [sic!] Star-Architektin“ soll wohl in der Schweiz entstehen. „Ihr wunderbar gefälliges Quasi-Luxusobjekt ist exklusiv und populär gleichzeitig und könnte das erste einer Reihe von modernen Design-Reihenhäusern sein“, hofft das Handelsblatt.
Anlass genug für die Wirtschaftszeitung, ihren Design-Kolumnisten Paolo Tumminelli auf den Zaha-Entwurf anzusetzen. Dieser arbeitet zunächst, wenig überraschend, die typischen Merkmale heraus: „Hadids Stil ist unverkennbar, schwer und wirksam.“ Tumminelli, der im Hauptberuf Design-Professor an der FH Köln ist, hat dort jedenfalls „futuristisch anmutende, plastische Formen im dreidimensionalen Spiel zwischen Transparenz und Masse“ vorgefunden.
Doch dann mäkelt der Design-Kenner über die Details („einen Garten gibt es nicht, dazu Terrassen und ein Beetchen“), um dann dräuend kulturpessimistisch zu werden: „Überhaupt findet man an Lifestyle keinen Gefallen mehr und keine Zeit für wirkliche Natur“. Und schließlich kommt sein Fazit, in das er geschickt auch noch einen unerwarteten Konflikt einwebt: „Sieht wie eine Villa aus, ist es aber nicht. Zwei Doppelhaushälften sind zu haben, durch eine dicke Mauer getrennt. Ost gegen West?“
Ost gegen West? In der Schweiz? – Bleibt nachzutragen, dass es durchaus schon einmal einen Wohnungsbau von Zaha Hadid gegeben hat: Für die IBA 1984/87 entwarf die damals junge Architektin ein Hochhaus für Frauen an der Stresemannstraße im damaligen West-Berlin, das 1993/94 dann tatsächlich realisiert wurde – allerdings so verändert, dass die Architektin sich nach der Fertigstellung davon distanziert hat.
-tze
soweit ich weiss müssen derzeit auch "nur" noch die kosten gesenkt werden um mit dem bau loszulegen;-)
abgesehen von den anderen fehlern im bericht. ganz bitter für die fh köln und herr prof.
http://www.yachtplus.co.uk/gallery/YP-d154-M.jpg
Eine Yacht hat auch nicht immer einen Pool, aber aussteigen zum Baden kann man.
Hadid liefert immerhin eine Wanne auf der Badeplattform zusätzlich zum Ausstieg ins Gras.
Schade, dass man auf dem Bild den Bug nicht sieht.
ein wunderbares Bild von Bildung in Deutschland!Armes Deutschland! Und dann regt sich jemand noch über die Abbildung von der TAZ über Klinsmann auf. Hier hat man Klinsmann im richtigen kunsthistorischen Kontext gestellt!