Schön und vornehm
Gymnasium von LRO im Allgäu
„Die Architektur eines Schulhauses wäre dann gut, wenn sich Schüler und Lehrer abends darauf freuen, am nächsten Morgen wieder dort sein zu dürfen“, sagen Lederer Ragnarsdóttir Oei Architekten (LRO, Stuttgart). Schulbauten als Zeichen der Wertschätzung für die junge Generation sehen die Planer als eine der „schönsten und vornehmsten“ Bauaufgaben.
Diese Haltung floss auch beim Bau des Gymnasiums Buchloe im Ostallgäu ein, für das LRO 2009 einen Wettbewerb gewonnen hatten und das im letzten Jahr fertig wurde. Es steht am Ortsrand inmitten einer sehr heterogenen Umgebung und erweitert eine bestehende Schule. Die Eislaufhalle im Osten bezeichnen die Architekten diplomatisch als „problematischen Nachbarn“ und verdecken sie durch den langgestreckten Neubau. Zugleich schließt dieser eine Wiese nach Westen ab und vernetzt sich zu den Bestandsbauten mit einem Innenhof. Eine Dreifachsporthalle schließlich schützt das Ensemble gegen den Lärm einer naheliegenden Autobahn nach Süden.
Der Neubau passt sich in die Umgebung ein, ohne sich dem Bestand anzubiedern. Die Architekten verwendeten ortsübliche Materialen wie grob verputzte Steinfassaden an den Haupteingängen zur mittig gelegenen Halle und Holz für die Klassentrakte. Die dunkel lasierten Stülpschalungen stellen einen reizvollen Kontrast zu den weißen Fensterrahmen und -laibungen her; auch die Unterseite des weit auskragenden Daches ist weiß gestrichen.
Im Grundriss ergibt der neue Schulbau ein H, dessen untere Hälfte mit Volumen gefüllt ist, erläutern die Architekten. In den beiden langen Trakten liegen die Klassenräume, die klassisch organisiert sind. Eine Besonderheit dort sind aber die Flurtrennwände aus Fertigteilen, die Sitznischen und Raum für Einbauschränke und Garderoben bilden. Die große Halle liegt im Querriegel des H und wird durch ein Oberlicht erhellt. Der Speiseraum auf der einen und die Bühne auf der anderen Seite des Foyers erweitern bei Bedarf diesen Bereich zur Aula.
Fotos: Zooey Braun
womit wir wieder beim thema wären. meine meinung zum lederer-bau: schöne flure mit den bunten böden (wenn auch tageslichtarm, wie es scheint, aber das ist halt ökonomisch); die große halle weckt in mir keine positiven gefühle (hier stimmt irgendetwas nicht - der raum ist karg, aber nicht asketisch, ich finde ihn etwas unterkühlt, und über all dem hängt das damoklesschwert von dach, das mir in ostfildern deutlich besser schmeckt); die eingangsseite wirkt wenig einladend. viel geschlossene fassade (rückseite?), eine im fugenraster der holzschalung verrutschte fluchttür (?), vor allem aber ein lro-typischer treppen-rundturm mit einem zappeligen dachrand. dieses haus hat eine menge für sich betrachtet schöner themen zu bieten, wirkt in seiner gesamtheit aber m.e. etwas unruhig. lro haben meines erachtens schon poetischere entwürfe umgesetzt. fotos und grundrisse erklären den bau nur lückenhaft - hier hätte "mehr und größer" zum verständnis beigetragen. und ja, ich weiß, erstmal besser machen usw. ich geb' mir mühe. dennoch: lro haben sich die latte selbst ganz nach oben gehängt, also muss/darf man doch sicher auch bei der diskussion der gebauten ergebnisse anspruchsvoll sein...
schon wieder die selben komischen halbrunden treppenhäuser, g`länderle, die komische dunstabzugshaube auf dem dach. und die pläne? gehen in stuttgart die praktikanten aus die backsteinchen zeichnen ????
Bei dem Begriff überkommt mich wirklich eine unglaubliche Beklemmtheit. Fast schon diskriminierend finde ich den Gebrauch des Wortes von Herrn Solong. Sachlichkeit im Bezug auf Architektur sollte hier doch Mittelpunkt der Diskussion sein. und keine Kritik an einer Darstellungstechnik, die per se weder gut noch schlecht ist. Ähnlich wie Ölmalerei oder skizzieren. Sie kann Kunst sein - muss aber nicht. Das nicht vorhanden sein von Darstellungstechniken schützt nicht vor schlechter Architektur. Gerade hyperrealistische Renderings entlarven schlechte Architektur hyperdeutlich. Und in der Regel sind die "Renderkids" nicht die Entwerfer sondern oft externe Dienstleister... Die genau das Umsetzten was entworfen wurde und steht damit ganz am Ende des Entwurfsprozesses.
Ihre Meinung ist genauso gut ohne diese krampfhaften Punkte. Dann würde sich ihr Kommentar auch ein wenig besser lesen. Aber sie haben recht.