Im Lichterspiel
Grundsteinlegung für Kita in Leipzig
Die heutige Grundsteinlegung im Südosten der Stadt Leipzig ist zunächst Startschuss für einen Abriss: Bisher beherbergte eine marode Baracke aus dem Jahr 1929 die Kindertageseinrichtung im Lichtenbergweg 3. An deren Stelle entsteht nun ein Neubau von Susanne Hofmann Architekten und den Baupiloten.
Der Entwurf schafft Platz für 25 zusätzliche Kindergartenplätze. Er soll seinen 100 Schützlingen verschiedene Raumqualitäten und -erfahrungen bieten. Die Architekten sehen in ihrem Entwurf die Empfehlung des sächsischen Bildungsplans verwirklicht, wonach Kindertagesstätten mit ihrer Architektur die Kreativität der Kinder anregen sollen. So beherbergt der eingeschossige Neubau – bestehend aus einem massiven Porotonmauerwerksgebäude und einem leichteren Holzbau – neben einem Schauspielhaus, ein Wasserspielhaus und ein Experimentierhaus für die Sprösslinge.
Der umliegende Baumbestand soll erhalten bleiben um den Kids eine abwechslungsreiche Außenspielfläche zu bieten. Wie so oft bei Projekten der Baupiloten wurde auch dieser Entwurf in einem „partizipatorischen Verfahren“ entwickelt. Daraus resultierend waren die Begriffe „Regenbogenwelt“ und „Vulkanwelt“ maßgeblich für das Design der Architekten. Das Herz der neuen Kita bildet ein zentraler Multifunktionsraum, dessen Gestaltung unter dem Titel „Regenbogenblume“ steht. Hier können die Kleinen in Zukunft im Lichterspiel bunt beschichteter Reflektionsflächen spielen.
Mehr zum Arbeitsansatz der Baupiloten gibt es in der BAUNETZWOCHE#116 – „Die Baupiloten: form follows fiction“
Hierdurch entsteht Architektur mit der sich der Nutzer viel stärker identifiziert und sie entsprechend schätzt.
Ein Beispiel das man aufgreifen sollte.
Dazu kommt noch die freudige Kreativität der Studenten.
Beides zusammen ergibt dann so schöne und engagierte Entwürfe.
Aber kein Grund für Lohndumping: Zitat aus LVZ-Online, 04.07.2011, 16:01 Uhr: "Rund 1,7 Millionen Euro soll nun der Ersatzneubau kosten. Davon werden anteilig Fördermittel durch den Kommunalen Sozialverband Sachsen (960.500 Euro) sowie 739.500 Euro Eigenmittel der Stadt bereitgestellt."
Ich kann meinen Vorredner verstehen, rückblickend auf die Arbeitsmarktentwicklung, speziell in Berlin.
Abers nur durch solche Initiativen, hat man als Student die Chance mal etwas Luft des realen Architektenlebens zu schnuppern. Und ich denke wir alle Wissen, dass das theoretische Wissen der Uni zwar äusserst wichtig ist, jedoch erst in der Praxis erlangt man das eigentlich notwendige Wissen.
Des weiteren denke ich, dass speziell für Bildungseinrichtungen/Kitas usw., die in der Regel kein Budget für Umbauten oder Ähnliches haben, ist gerade diese Art von Projekten wichtig. Schließlich sollten wir den zukünftigen Generationen doch ein bestmögliches Aufwachsen ermöglichen. Das der Staat an dem Dilemma der mangelnden Unterstützung solcher Einrichtungen was ändern muss, ist eigtl. überflüssig zu erwähnen.
Es besteht bisher also garnicht die Möglichkeit, solche Projekte "weg von der Uni hin ins wahre Leben" zu bringen.
Und mit ihrer kosteneffizienten Planung solcher Projekte sind die Baupiloten eine der wenigen, die unsere Welt etwas besser machen.
Manchmal geht es nicht immer nur um Geld!