Shopping-Quartier statt Wertheim
Grundstein am Leipziger Platz in Berlin
An einem der städtebaulich wichtigsten Orte Berlins, dem ehemaligen Wertheim-Areal am Leipziger Platz, wurde nun der Grundstein für ein neues Stadtquartier gelegt, das neben einem Einkaufszentrum auch Wohnungen, Hotels und Büros enthalten soll. Bei dem größten privaten Bauvorhaben Berlins sind die Architekturbüros Manfred Pechtold und nps Tchoban Voss als Planungsgemeinschaft für den Entwurf verantwortlich.
Das Baugrundstück hat für Berlin eine außerordentliche architektur- und stadtgeschichtliche Bedeutung, stand hier doch eines der ersten Kaufhäuser der Stadt. Das „Warenhaus Wertheim“ wurde von 1896 bis 1897 nach Plänen von Alfred Messel errichtet und in den folgenden Jahren stetig wegen des großen Erfolgs erweitert. Im Zweiten Weltkrieg brannte der Komplex aus und wurde erst in den 1950er Jahren vollständig abgerissen, um einen freien Grenzstreifen zu schaffen.
Auch nach der Wende wurde die bewegte Geschichte des Areals durch Grundstücksstreitigkeiten und Architektur-Wettbewerbe fortgeschrieben – ob das neue Projekt „Leipziger Platz 12“ des Berliner Unternehmers Harald G. Huth also das letzte Kapitel sein wird, bleibt offen. Bis 2014 sollen die Bauten fertiggestellt sein.
ich verstehe leider nicht ganz was sie mit "konstruktiver Kritik " meinen, also wie und wann sie greifen soll. Vielleicht können Sie das noch genauer ausführen. Jedoch entsteht Architektur nicht erst mit der Anordnung der Räume, Fassade etc. sondern bereits mit der Intention des Bauherren(Representation, Wohltätigkeit, Profit...), wer ist der Bauherr (Kommunist, Faschist, Diktator, NGO, der Staat...), was soll gebaut werden(Gulag, Schule,Wohnungsbau...) , für wen und mit welchen Mitteln, oder sehen Sie das anders? Ist der Architekt nicht dann schon an diesem Punkt verpflichtet sich zu positionieren und nicht erst bei der formalen Ausgestaltung? Sicherlich ist der Architekt auch Dienstleister, aber eben nicht nur für den Bauherren sondern auch für die Menschen die das Gebäude umgeben oder nutzen und natürlich ist es gerade jetzt besonders schwer sozial verträgliche Architektur zu machen, in einer Zeit wo kaum öffentliche Bauvorhaben realisiert werden und man auf das Wohl privater Kapitalträger angewiesen ist. Umso mehr steht die Architektenschaft in der Pflicht kreativ zu werden und das nicht erst bei der Wahl des Materials sondern vielleicht schon bei der Mitgestaltung der Antwort auf die Frage was will der Bauherr und damit das Gebäude überhaupt, und wie kann man das ganze so gestalten das die gesammte Umwelt davon profitieren kann.
Also:
1. Fassaden deutlich kleinteiliger gestalten.
2. Die Flachdächer auflockern, ggf. Dachschrägen andeuten
3. Ein paar Rundbögen sinnvoll einfügen, damit der Klotz-Charakter etwas aufgebrochen wird.
4. Ein paar mehr Formen oder Ornamente einfügen, damit die Banalität der ausschließlich vorhandenen rechten Winkel wenigstens etwas belebt wird.
5. Die langweilige und eintönige Fassade zur Straßenseite sollte neu erarbeitet werden.
nur ein kleiner Punkt, über den sich sicherlich abendfüllend diskutieren ließe:
In Artikel 14 (2) des deutschen Grundgesetzes (unserer Verfassung) steht:
"Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen."
Die Forderung, dass ein Investor mit seiner Investition also auch dem Stadtraum verpflichtet ist, ist also nicht eine Wirre Idee irgendwelcher Kommunisten, sondern durch unsere freiheitlich demokratische Grundordnung begründet.
Dies nur als kleiner, unpolemischer Beitrag zur Diskussion - meine Meinung zu diesem Projekt und auch zu Ihrer Position liebe/r S. Wenz erspare ich der Runde (nicht das ich, aufgrund unflätiger Wortwahl, nie mehr einen Kommentar verfassen darf).
bei anderen projekten ist man wenigstens so ehrlich und nennt dann "das kleidchen drumherum" einen fassadenwettbewerb.
hier will man wieder (wie schon so oft...siehe auch am römer in FFM) als wäre das quartier gewachsen und nicht auf einmal hingeklotzt
Konstruktive Kritik ist was anderes Leute!
Nur rumpöbeln weil ein von den hundert Werbeschildern Aldi heisst, oder das es Wegwerfarchitektur ist, oder Kapitalismus vs Kommunismus, das hat alles wenig mit der Architektur selbst zu tun. Schon mal dran gedacht das es Investoren gibt die ihre Ideen durchdrücken und der Architekt nur ein Dienstleister ist? Bei einem Wettbewerb müsst ihr Fairnesshalber auch die Jury mit in Haftung nehmen.