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19.01.2021

Lerncluster und Lisenen

Grundschule bei St. Gallen von Schwabe Suter Architekten


In der Schweiz tut sich etwas im Bereich des Schulbaus: Vom jungen Zürcher Büro Schwabe Suter Architekten wurde bereits letztes Jahr in Rothenburg im Kanton Luzern mit dem Schulhaus Lindau eine der ersten Sekundarschulen im Land entworfen, deren Raumaufteilung offene Lernlandschaften und flexible Unterrichtsformen ermöglicht. Damit orientiert man sich am bereits 2014 von der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz publizierten Leitfaden „Lehrplan 21“, der auch Empfehlungen hinsichtlich baulicher Entwürfe gibt. Diese nahm sich offenbar auch die Gemeinde Kirchberg zu Herzen, als sie Schwabe Suter Architekten mit der Neuplanung eines Primarschulhauses im Ortsteil Bazenheid beauftragte. Auch hier lässt der Grundriss flexibel gestaltbare Raumcluster und damit verschiedene Unterrichtsformen zu.

Entlang der im Dorfkern gelegenen Neugasse befinden sich bereits diverse Schul- und auch Kindergartengebäude, die nun durch den zweigeschossigen Holzbau ergänzt werden. Durch die Einführung einer neuen Erschließungsachse zwischen bestehendem und neuen Schulhaus erhielt die Grundschule einen neuen Hauptzugang. Darüber hinaus wurde ein neuer Pausenplatz auf der straßenabgewandten Seite angelegt, der neben Hartflächen, Spiel- und Sitzmöglichkeiten auch drei sogenannte Naturklassenzimmer umfasst.

Das neue Schulhaus wird über einen großzügigen, gedeckten Eingangsbereich betreten. Daran schließen unmittelbar zwei Werkräume und das Arbeitsvorbereitungszimmer der Lehrerschaft an. Drei Klassenzimmer mit zwei Gruppenräumen bilden das sogenannte erste Lerncluster im Erdgeschoss. Über zwei Treppenanlagen wird das Obergeschoss erschlossen. Hier sind zwei weitere Cluster untergebracht, die sich aus jeweils drei Klassenräumen und zwei Gruppenräumen zusammensetzen.

Neben klassischem Frontalunterricht kann aufgrund der flexiblen Grundrisse auch klassenübergreifend oder in offenen Lernlandschaften unterrichtet werden. Eine große Mittelzone lässt sich für Gruppenarbeiten oder gemeinsames Lernen nutzen. Anpassungen in der Grundrissstruktur können mithilfe nichttragender Innenwände realisiert werden. Erklärtes Ziel der Architekten war ein nachhaltiges und langlebiges Schulgebäude. Daher wurde auf Holzbauweise mit einem zentralen, massiven Erschließungskern gesetzt. Im Inneren des Gebäudes kamen natürliche Oberflächen zum Einsatz, die mehrere Funktionen übernehmen können. So sind die Wände in den Unterrichtsräumen mit Holzspanplatten ausgekleidet, die nicht nur akustisch dämmen, sondern auch geignet sind, um etwas anzupinnen.

Die heimelige Ästhetik des warmen Holztons im Innenraum wird durch Sichtbetonwände in den Treppenhäusern sowie den geschliffenen Hartbetonboden kontrastiert. Die Garderobenbereiche der jeweiligen Lerncluster unterscheiden sich durch verschiedene Farbgebungen, um die Orientierung zu erleichtern. Außen bildet die tektonisch gegliederte Holzfassade das innere Konstruktionsraster ab. Lisenen gliedern das Gebäude im jeweiligen Achsmaß. Dies verleihe der Fassade einen filigranen Ausdruck, so die Architekten. (tl) 



Fotos: Roman Keller


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