Fachwerk im Zukunftspark
Gründerzentrum von Waechter + Waechter Architekten in Heilbronn
Die Innovationsfabrik 2.0 in Heilbronn ist ein fünfgeschossiger Holzhybridbau für Start-Ups im Zukunftspark Wohlgelegen. Bereits seit 2009 entwickeln die Stadtsiedlung Heilbronn GmbH und die wtz Heilbronn GmbH das Areal hauptsächlich für Unternehmen der IT-Branche, Forschung und Medizintechnik. Schon von weitem ist der allseitig freistehende Quader mit seinem hellen Holztragwerk hinter einer vorgehängten Glasfassade gut sichtbar. Der Entwurf stammt von Waechter + Waechter Architekten (Darmstadt), die sich 2020 in einer Mehrfachbeauftragung durchsetzen konnten. Das Tragwerk entwickelten merz kley partner (Dornbirn/Heilbronn).
Der Zukunftspark ist Teil des neu angelegten Neckaruferparks in Heilbronn, der wiederum Bestandteil einer langfristigen Strategie ist, mit der die Stadt die einst von Industrie- und Bahnflächen geprägten Flussuferlandschaften als lebendigen Stadtteil zurückgewinnen möchte. Zu dieser Strategie gehörte auch die Bundesgartenschau 2019, über die wir in der BAUNETZWOCHE#536 ausführlich berichteten. Die Innovationsfabrik 2.0 ersetzt ein erstes Start-Up-Zentrum an einem Interimsstandort. Der Neubau nimmt die östliche Kante des Neckarufers auf, dreht sich leicht zu seinen Nachbarn und schafft so einen Stadtplatz am Wasser.
Die Fachwerkkonstruktion in der Fassade gibt dem Bau nicht nur einen zeichenhaften Wiedererkennungswert, sondern ermöglicht auch freie Grundrisse im Inneren. So können die knapp 6.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche weitgehend frei eingeteilt werden, für Co-Working-Bereiche, offene oder einzelne Büroeinheiten, Besprechungsräume, eine Werkstatt sowie ein Tagungsraum mit schaufensterartiger Öffnung zur Fußwegpromenade. Um die Konstruktion unkompliziert rückbauen zu können, sind die Holzbauteile größtenteils verschraubt oder gesteckt. Die Geschossdecken wurden als Holz-Beton-Verbund ausgeführt.
Um energetische und schalltechnische Vorteile zu erzielen, entwarfen die Architekt*innen eine Doppelfassade. Dabei wurden die äußeren Prallscheiben für den Luftdurchlass schuppenartig angeordnet, die innere Schicht bildet eine öffenbare Elementfassade. Der Zwischenraum ist zudem mit Sonnenschutzmarkisen ausgestattet. Die Baukosten (KG 300–500) werden mit 16,25 Millionen Euro netto angegeben.
Das Herzstück des Gebäudes ist das mittige, lichte Atrium, um das die gesamte Erschließung der Büroräume erfolgt. So wird der gebäudehohe Raum zu einer Begegnungs- und Kommunikationszone für den Austausch im Haus. Gleichzeitig antwortet die Innovationsfabrik mit ihrem sichtbaren Holztragwerk auch ein wenig auf das Wissenschaftszentrum Experimenta von Sauerbruch Hutton. Es befindet sich ein paar hundert Meter weiter flussabwärts, ebenfalls auf einer Flussinsel und zeigt ein ähnlich markantes Tragwerk, wenngleich aus Stahl. Beide Gebäude stehen für den postindustriellen Wandel Heilbronns von einer Industrie- zur Wissensstadt. (fh)
Fotos: Brigida González
Im Kommentar ein ständiges Gesetz. Er schnappt nach jedem Wort, jedem Satz, Verfängt sich in des Nörglers Netz. Kein Entwurf ist ihm genug, Sein Appetit kennt keine Ruh'. Ob Turm, ob Brücke, ob glänzender Bau, Er meckert weiter, unermüdlich schlau.
Kritik ist nicht negativ, sie setzt sich KRITISCH mit zuständen auseinander. Sie ist also ERGEBNISOFFEN und sagt und schreibt was sie bewegt. Und Kritik heisst nicht, dass alles schlecht ist, Kritik versucht im Gegenteil Zustände zu hinterfragen, die vielleicht (ein andermal) besser oder anders gemacht werden. Wenn nicht ist auch nicht schlimm. Das entscheidet im besten Fall der Bauherr. Was meint denn der Dichter zum Gebäude? Hat er eine Meinung? Oder nur Phrasen auf Lager aus dem letzten Heftle oder der letzten Betreuung an der Uni? Und: Manche Bauten (zumindest aus unserem Büro) kommen hier eigentlich recht gut weg... Ohne selbstgefällig zu sein: Wir KRITISIEREN im Büro VOR dem Bau, in der Planung. Und zwar durch Dritte, die merken dann öfter wo der Wurm drin ist als das Team. Führt oft zu Ärger und Verdruss (im Kreise der selbst so genannten "Betriebsblinden", die oft lange am Projekt rumknarzen), macht das Ergebnis aber besser. Aber schön dass SIe in Ihrem Berufsalltag so viel Zeit zum DIchten haben! Das toppt fast noch den ARCSEYLER
Im Architekturblock stets zur Hand. "Auch ein Architekt" nennt sich der eine, Kritik und Nörgeln ist seine kleine. Schlawuki folgt ihm auf dem Fuß, Zu jedem Post ein Schuss Verdruss. Ob Turm, ob Haus, ob Brücke fein, Nichts kann schön und richtig sein. Die Wände sind zu glatt, zu steil, Die Fenster schief, der Flur zu schmal. Nichts ist recht, nichts ist schön, Sie wollen nur das Schlechte sehn. Doch während sie im Dunklen graben, Bleibt von ihrem Werk nichts zu sagen. Denn wer nur stänkert, ohne Blick, Hinterlässt nichts - nur leeren Klick. So bleiben sie im Schatten stehen, Während die Werke weiter bestehen. Und wir lachen leise, still, Weil keiner wirklich wissen will, Was Schlawuki und sein Freund, Nur zum Motzen hier vereint, Sich Tag für Tag so ausgedacht, In ihrer nörgelnden Kommentarschlacht.
Mein aber wäre, warum sind die Farben so bleich statt gelb wie frisch verbautes Holz. Ich vermute, daß da fototechnisch bearbeitet wurde, dadurch wirkt alles wie eine beige Soße.