Attraktive Platzsituation
Gewandhaus-Wettbewerb in Dresden entschieden
Am 4. Mai 2007 entschied die Jury über das Ergebnis des Wettbewerbs „Neubau Gewandhaus Neumarkt Quartier VI“ in Dresden. Den ersten Preis gewann das Büro Cheret Bozic Architekten, Stuttgart.
Gegenstand des einstufigen Realisierungswettbewerbs mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren war die Planung eines Neubaus auf dem Areal des ehemaligen Gewandhauses gegenüber der Frauenkirche für Gastronomie und eine private Kunstsammlung unter Einbeziehung der historischen Teile der Zwingermauer sowie teils erhaltener Kellergewölbe.
Die Jury, an der unter anderem Carl Fingerhuth (Zürich, Vorsitz), Werner Durth (Darmstadt), Johanne Nalbach (Berlin), Christiane Thalgott (München) und Peter Kulka (Köln) teilnahmen, entschied sich für folgende Preisträger:
Die kräftige, selbstbewusste metallgedeckte Architekturlösung mit sensiblen Bezug zu den anderen öffentlichen Gebäuden im Zentrum wird deutlich begrüßt.
Trotz der Eigenständigkeit fügt sich das Gebäude durch die Maßstäblichkeit und die Fassadengliederung sehr attraktiv in die Platzsituation. Die horizontale Schichten und die horizontal unterteilten Glasflächen führen zu einer überzeugenden Verbindung von Innen und Außen.“
Die Ergebnisse des Wettbewerbs sind im Stadtmuseum (Landhaus) ausgestellt und können täglich von 10-18 Uhr) im 2. Stock besichtigt werden, der Eintritt ist frei.
Am 18. Mai werden die Entwürfe ab 19 Uhr im Plenarsaal des Rathauses im Rahmen einer Podiumsdiskussion öffentlich diskutiert.
Gegenstand des einstufigen Realisierungswettbewerbs mit vorgeschaltetem Bewerbungsverfahren war die Planung eines Neubaus auf dem Areal des ehemaligen Gewandhauses gegenüber der Frauenkirche für Gastronomie und eine private Kunstsammlung unter Einbeziehung der historischen Teile der Zwingermauer sowie teils erhaltener Kellergewölbe.
Die Jury, an der unter anderem Carl Fingerhuth (Zürich, Vorsitz), Werner Durth (Darmstadt), Johanne Nalbach (Berlin), Christiane Thalgott (München) und Peter Kulka (Köln) teilnahmen, entschied sich für folgende Preisträger:
- 1. Rang (24.000 Euro): Cheret Bozic Architekten, Stuttgart
- 2. Rang (20.000 Euro): Berger Röcker Architekten, Stuttgart
- 3. Rang (12.000 Euro): Sunder Plassmann Architekten, Kappeln
- 4. Rang (8.000 Euro): Meck Architekten, München
- 5. Rang (6.000 Euro): Knerer und Lang Architekten, Dresden
Die kräftige, selbstbewusste metallgedeckte Architekturlösung mit sensiblen Bezug zu den anderen öffentlichen Gebäuden im Zentrum wird deutlich begrüßt.
Trotz der Eigenständigkeit fügt sich das Gebäude durch die Maßstäblichkeit und die Fassadengliederung sehr attraktiv in die Platzsituation. Die horizontale Schichten und die horizontal unterteilten Glasflächen führen zu einer überzeugenden Verbindung von Innen und Außen.“
Die Ergebnisse des Wettbewerbs sind im Stadtmuseum (Landhaus) ausgestellt und können täglich von 10-18 Uhr) im 2. Stock besichtigt werden, der Eintritt ist frei.
Am 18. Mai werden die Entwürfe ab 19 Uhr im Plenarsaal des Rathauses im Rahmen einer Podiumsdiskussion öffentlich diskutiert.
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Es ist doch eher so, dass gerade die Qualitäten der Architektur der 70 er erkannt werden.
Auch die Formensprache wird weiter entwickelt. Bauen ist ja auch immer ein Weiterbauen an dem Vorhandenen.
In Dresden hat man gerade eine sehr schöne Kaufhausfassade abgerissen, während vinoly und Barkow Leibinger gebäude errichten, die mit einer ähnlichen sprache arbeiten. Übrigens auch sehr schöne Gebäude.
Nicht erschien unlängst eine Ausgabe von Werk, Bauen, Wohnen, die sich dem Thema 70er widmete.
Das auf den ersten Preis rangierte Projekt ist sollte sicherlich überarbeitet werden.
Es ist schon eine eigenartige Logik, sich auf die Vergangenheit zu berufen, wenn diese Vergangenheit immer wieder Gebäude ohne "Skrupel" überformt hat. Dazu gibt es auch in Dresden viele Beispiele.
Aber es wie immer, der Architekt ist der unsensible Depp, der Dresdner hat per se recht.
In den Augen der Zeitgenossen war auch der jetzt so geliebte Semper ein Depp.
Manche Verhaltensweisen ändern sich halt nie...;)
beginnt ein Artikel in der SZ vom 12.05.2007
Falsch! Richtig wäre: immer dann, wenn es um hässliche und/oder zumindest für den Ort äußerst unpassende Architektur geht! Hinzu kommt, dass die Begründungen der sich gegenseitig beweihräuchernden Architekten fatal an das Märchen "Des Kaisers neue Kleider" erinnern, nur traut sich keiner dies offen zuzugeben.
Die Sieger-Architekten müssen nicht nur bei der Preisverleihung - wie sie selbst sagen - "trunken" gewesen sein, sondern auch beim Entwerfen und Begründen ihrer Arbeit selbst:
"Es geht an diesem Platz nicht nur um ein Gebäude, sondern um eine Stellungnahme, um die europäische Stadt. Außerdem muss das Haus in den Dialog mit der Frauenkirche und dem Johanneum treten".
Dialog heißt ja nicht zwangsläufig Streit oder gar Angriffskrieg, und was haben dieser und die anderen Quader mit "Europa" zu tun? Sie könnten genausogut in Sydney oder Vancouver stehen, und würden sich dort sogar recht gut machen, sicher auch am Wiener Platz in Dresden! Die europäische, historisch lange Zeit gewachsene Stadt, zumal wenn sie schwer zerstört wurde, sollte jedenfalls behutsam entwickelt werden, das muss nicht nur und vor allem überall Nachbau heißen. Aber an einem Ort muss man schon bei einer Linie bleiben, erst recht am Dresdner Neumarkt, wo der einmal eingeschlagene Weg mit deutlicher Mehrheit von den Dresdnern und Besuchern so als richtig empfunden wird.
Es geht hier in Dresden nicht um die Ergänzung, Veränderung oder gar Verunstaltung eines (!)geschichtsträchtigen Platzes einer Stadt unter mehreren, sondern um die von einzelnen "Architekten" und "Stadtplanern" gewollte Verhinderung, den einzigen (!) noch möglichen bürgerlichen Platz wenigstens äußerlich vollständig in den historischen Maßen aufzubauen.
Auch relativieren diese Pläne alle bisherige Kritik "westlicher" Stadtplaner an der DDR-Zeit, denn wenn diese Modelle sich einfügen, fügt sich der Kulturpalast allemal in das historisch gewachsene Straßenraster ein, und ein stalinistischer Zuckerbäckerbau dort wäre mit Sicherheit eine Bereicherung der barocken Turmlandschaft gewesen ;-)