Mit Lehm gefülltes Betongerüst
Geschosswohnen in Bagneux von TOA architectes
Der Pariser Vorort Bagneux, etwa zehn Kilometer südlich des Stadtzentrums, wurde in den letzten Jahren städtebaulich neu geordnet. Grund dafür ist die Erweiterung der U-Bahn-Linie 4 nach Bagneux sowie der Grand Paris Express, der ab 2025 eine weitere Linie im Außenbezirk anschließen soll. Rund um den Verkehrsknotenpunkt entsteht momentan das 19 Hektar große Victor-Hugo-Eco-Viertel. Dieses umfasst Parkanlagen, Räume für Kultur, Büro- und Wohngebäude. Kürzlich wurde eines dieser Wohngebäude nach Entwürfen von TOA architectes associés (Paris) fertiggestellt.
Der siebengeschossige Riegel steht an der Ecke eines neuen Häuserblocks und fällt durch den Materialwechsel der Fassade auf: Die Wände zwischen der Betonskelettkonstruktion bestehen größtenteils aus Lehmziegeln. Insgesamt wurden 200 Tonnen Erde aus der 100 Kilometer nördlich liegenden Picardie verarbeitet. Die Architekt*innen wollten zeigen, wie man einen nachhaltigen und vor allem lokalen Rohstoff einsetzen kann. Dass der Hochbau in Frankreich von einer konventionellen Nutzung von Lehm noch weit entfernt ist, zeigen die für das Projekt berechneten Zahlen: Obwohl durch den Lehmeinsatz im Vergleich zu einer reinen Stahlbetonkonstruktion 13 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart wurden, kosteten die Lehmwände mit 2570 Euro pro Kubikmeter etwa das Dreifache.
Auf knapp 3000 Quadratmetern bietet der Neubau 42 Wohnungen. Diese haben ein bis fünf Zimmer und sind in den Obergeschossen zum Teil als Maisonettes ausgeführt. Die Erschließung erfolgt über Laubengänge auf der Ostseite am Innenhof, die über einen mittig gelegenen Treppenkern zugänglich sind. So ist es möglich, dass alle Wohnungen durchgesteckt sind und über Außenbereiche – Balkone auf der Nordseite beziehungsweise Gartenflächen im Erdgeschoss – verfügen. Das fünfte sowie das sechste Obergeschoss springen zusätzlich zurück, sodass sich für die Wohnungen umlaufende Terrassen ergeben. Der Neubau hat das Immobilienunternehmen Groupe Gambetta rund fünf Millionen Euro (netto) gekostet. (gk)
Fotos: Frédéric Delangle, Yang Zhou
der ganze unfertig aussehende klotz schreit nach okkupation der bewohner, besprühen der wände, es wird leben erzeugt durch angekettete fahrräder an den geländern und stoffverkleidungen geben, viele restmöbel auf den aussenflächen etc etc. man kanns auch provozieren...
Was wenn mal ein Abfluss verstopft ist, dann läuft die Suppe ja direkt ins Haus. Bei der geringen aufbauhöhe der Rinne nicht ganz so unwahrscheinlich.... Außerdem habe ich da daherhaft (Bild 4) nicht nur eine Schwelle sonder gleich zwei.... OK ich muss mich wieder abregen? Bei den folgenden Bildern scheint es nich einen Gitterrost zu geben. Da war wohl der Fotograf schneller als der Handwerker.
wirkt auf mich so, als hätte man den lehmbau nicht verstanden - im feuchten außenklima hat der lehm probleme, und im innenraum sperrt man seine feuchteregulierenden eigenschaften hinter eine dampfsperre.