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26.10.2012

Haus Altenberg

Gernot Schulz baut Jugendbildungsstätte im Rheinland um


Der im Volksmund so genannte „Altenberger Dom“ ist eine bedeutende gotische Kirche im Rheinland, etwas versteckt gelegen in einem Tal, das zur Gemeinde Odenthal im Rheinisch-Bergischen Kreis gehört. Die ehemalige Zisterzienser-Klosterkirche gehört dem Land Nordrhein-Westfalen und dient durch einen preußisch-königlichen Beschluss seit 1857 als „Simultankirche“  beiden großen Konfessionen. Die klosterähnlichen Anbauten des Doms hingegen gehören dem Erzbistum Köln, das dort die Jugendbildungsstätte „Haus Altenberg“ unterhält. Diese Anbauten werden jetzt nach Plänen des Kölner Architekten Gernot Schulz grundlegend umgestaltet und ergänzt.

Die Bestandsbauten stammen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. 1932/33 wurde die Anlage durch Hans Schwippert im Geiste des Deutschen Werkbunds „purifiziert“.

Gernot Schulz erläutert seinen jetzigen Entwurf: „Es entstand die Idee einer Straffung und Neuformulierung der Klausuratmosphäre mit einer ablesbaren Raumfolge aus Gebäuden und Höfen. Als erster Planungsschritt wird der gesamte Bestand typologisch neu geordnet, sodass eine Ost-West gerichtete Mittelachse in den Geschossen entsteht. An diesen ‚Boulevard‘ lagern sich alle Seminar- und Versammlungsräume sowie Treffpunkte entlang der Verkehrszonen im Gebäude an. Der Haupteingang zum Gebäude wird wieder an seine historische Position im Westen verlagert.

Der Entwurfsprozess führte zu der Frage der eigenen architektonischen Haltung gegenüber dem historischen Bestand. Sich in einer Art ‚Dritten Weg‘ zwischen die aktuellen architektonischen Strömungen des Historisierens und einer kontrapunktisch angelegten Moderne positionierend, ist ein aus Bezügen zu historischen Raumanmutungen, zur regionalen Baukultur und zu örtlichen Bau- und Handwerkstraditionen entwickelter Gestaltungskanon angelegt.

Bestehende und denkmalgeschützte Gebäude werden auf eine ‚Lesbarkeit‘ der Bauhistorie zurückgeführt. Funde der Bauforschung werden wo möglich ‚in sito‘ oder aber an historischer Stätte in den Ausbau der Gebäude integriert.

Der Neubau im Konversenhof ist als in Form und Material archaischer Klausurhof gedacht, er dient als funktionaler ‚Verbinder‘ alter und neuer Raumfolgen und birgt als Mittelpunkt eine neue Kapelle. Ein durchwegbarer erdgeschossiger Saal unter der Kapelle verbindet zum zweiten, grünen Innenhof.
Weiter nach Süden, im Bereich der ehemaligen Remisen des Klosterbezirks, bedarf es größerer Eingriffe. Ein Neubau an dieser Stelle, der Bewirtungsbereiche, Seminarräume und die Hausverwaltung aufnimmt, versucht eine Neuinterpretation der Hoftypologie, indem die Speisesäle im Verbund mit abtrennbaren Seminarräume als überdachter Marktplatz konzipiert werden. Ein diesen gedachten Platz umgreifender Gebäudewinkel vermittelt unprätentiös zur Tektonik und Architektursprache des Kellereigebäudes. Der Loggiavorbau des Südflügels wird entfernt und die ehemalige Außenmauer des Bauensembles des 18. und 19. Jahrhunderts als ‚Marktplatzfassade‘ in die Wirkung des Neubaus integriert.“

Der Baubeginn erfolgt im Januar 2013.


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gernot schulz : architektur


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Blick in den Konversenhof

Blick in den Konversenhof

Konversenhof

Konversenhof

Konversenhof, Blick auf die Kapelle

Konversenhof, Blick auf die Kapelle

Konversenhof, Blick auf die Kapelle

Konversenhof, Blick auf die Kapelle

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