Ein Wiedergänger im Park
Garagen-Gebäude am Bodensee
Hier geraten die Maßstäbe durcheinander, und zwar in mehrfacher Hinsicht: In unmittelbarer Nähe zum Bodensee haben Bögl Gierer Architekten aus München eine Garage errichtet, die wie eine kleine Villa aus dem vorletzten Jahrhundert wirkt.
Das jedoch ist kein Wunder, und man versteht sofort den Trick, wenn man einen Blick auf das Haupthaus wirft. Dessen Fassade wurde nämlich einfach skaliert und verzerrt und dann in Holz nachgebaut, um die Garage in die unter Landschaftsschutz stehende Parkanlage einzupassen.
Der niedliche Maßstab des Gebäudes täuscht jedoch, denn der Innenraum ist größer, als man vermuten würde. Vier Autos haben hier Platz und im Obergeschoss befindet sich noch ein voll ausgebauter Wohnraum. Dieser wurde schlau in das Volumen integriert, indem sich die Decke im mittleren Teil des Erdgeschosses absenkt.
Das alles beantwortet jedoch nicht die Frage, die sich einem sofort stellt: Darf man das einfach: Im Jahr 2014 eine historisierende Garage bauen? Eine simple Sehnsucht nach der Vergangenheit lässt sich jedenfalls nicht attestieren. Eher handelt es sich um eine Art geisterhafter Wiedergänger, der den verrückten Follies der Gartenbaukunst näher steht, als den restaurativen Bemühungen vieler Innenstädte. (sb)
Fotos: Michael Heinrich
Da fehlen nur noch handgeschmiedete Schaufeln, Haken und den Gartenschlauch aus echtem Kautschuk und oben ein Fitnessgerät aus kanadischer Wildeiche für 8.000x80; ...
Dazu Familie Nobel-Spiesser in venezianischen Leinen-Gartenhemden mit Amish People Bart, Kind mit Adler-Baukasten in unbequemen Lederschuhen usw.
Groteske Geldverschwendung.
Was ich hier sehe hat allerdings eher was mit Kunst zu tun. Und finde ich toll.
Ausschlaggebend ist dabei auch die sehr hochwertige Umsetzung und am Ende natürlich die Nutzung als Garage (da geht ja ordentlich was rein).
Schönes Projekt mit Smile-Faktor.