Flanieren statt parken
Freiraumgestaltung in Olveira von Estudio ACTA
Die idyllisch auf einem Bergrücken gelegene andalusische Gemeinde Olvera zählt mit ihren hell gekalkten Häusern und schmalen Gassen zu den sogenannten weißen Dörfern in der Region Cadiz. Eine Burg und eine eindrucksvolle Kirche überragen das rund 8.000 Bewohner*innen zählende Städtchen. Zu Füßen beider Bauwerke liegt das Viertel Barrio de la Vila, das nun in den Genuss eines von der andalusischen Regionalregierung beauftragten Revitalisierungsprojektes kam. Im Resultat eines 2021 durchgeführten Wettbewerbs erfolgte eine Neugestaltung von Teilen des öffentlichen Raums nach einem Konzept von Estudio ACTA aus Sevilla.
Ziel der durchgeführten Maßnahmen war zum einen, das verwinkelte Altstadtviertel insbesondere für Fußgänger*innen und öffentlichen Nahverkehr besser zugänglich zu machen und die räumliche Verbindung zu den benachbarten Stadtgebieten zu stärken. Zum anderen ging es um eine höhere Verweilqualität, die den Freizeitwert steigern und so zu einer Belebung des öffentlichen Raums beitragen soll. Dabei wurden Parkplätze reduziert, Aufenthaltsbereiche vergrößert, Straßen umgestaltet und neue Grünflächen angelegt. Die gärtnerische Bearbeitung übernahm das ebenfalls in Sevilla ansässige Büro Nomad Garden.
Im Mittelpunkt der Revitalisierung standen vier konkrete Orte: die Vorplätze von Rathaus und Kirche; die hinter der Stadtmauer zur Kirche führende Straße Subida de la Iglesia, die weite Blicke in die Landschaft bietet, sowie die Straße Calzada, die innerstädtische Haupterschließung des Bergs. Durch neue Pflasterung und Installationen wie Bänke und Geländer erhielten sie ein einheitlicheres Erscheinungsbild, das sie nun zu einer klar wahrnehmbaren stadträumlichen Sequenz fügt.
Um das historische Ensemble zwischen Kirche und Burg aufzuwerten, wurde vor allem auch der bislang hier vorherrschende Individualverkehr eingeschränkt und ein großer Teil der ehemaligen Parkflächen in öffentliche Begegnungsräume umgewandelt. Damit verbesserten sich zugleich die Voraussetzungen für die Durchführung von Festen und Veranstaltungen, die traditionell auf den beiden Plätzen begangen werden. (da)
- Fertigstellung:
- 2025
- Freiraumplanung:
- Estudio Acta
- Gartengestaltung:
- Nomad Garden
- Bauleitung:
- Fernando Casquero Lacort
- Projekt und Renderings:
- Luis M. Cortés Sanchez
- Installationen:
- Jaime Navarro
- Bauherrschaft:
- Ministerium für Infrastruktur, Raumordnung und Wohnungsbau der Regierung von Andalusien
- Ausführungskosten pro qm:
- 102,97 €
- Fläche:
- 7.500 m² bearbeitete Fläche
- Baukosten:
- 772.268 € Ausführungskosten