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16.01.2023

Figur im Feld

Freiluftarena in Reggio Emilia von Iotti+Pavarani, Tassoni und LSA


Direkt neben dem Flugplatz der norditalienischen Stadt Reggio Emilia wurde im Juni 2022 mit der RFC Arena eine Open-Air-Konzertbühne fertiggestellt. Laut Angaben der Planer ist sie für 100.000 Menschen ausgelegt und soll somit die europaweit größte sein. Sie entstand im Rahmen eines Stadterneuerungsprojekts auf einem über 20 Hektar großen Areal des Flughafens, das nicht mehr in Betrieb ist und zuvor bereits unter dem Namen „Campovolo“ für Stadtfeste und ähnliche Großveranstaltungen genutzt worden war.

Der von Iotti+Pavarani Architetti, Tassoni & Partners und Studio LSA (alle Reggio Emilia) entworfene Veranstaltungs- und Konzertpark fügt die verschiedenen Nutzungsformen der Freiflächen zu einem einheitlichen und organischen System zusammen, das für ein hohes Publikumsaufkommen optimiert ist. Er liegt strategisch günstig im Zentrum der Region Emilia-Romagna. Neben einem Autobahnanschluss liegen verschiedene Bahnhöfe in der Nähe, darunter der Hochgeschwindigkeitsbahnhof Mediopadana. Auch die Innenstadt von Reggio Emilia ist nicht weit entfernt. Das gesamte Gebiet um den Flugplatz soll zu einem neuen städtischen Park entwickelt werden, der Stadt und Umland verbindet. In diesem Kontext wurden bereits mehr als 1.500 Bäume und Sträucher gepflanzt und ein fünf Kilometer langer Radweg angelegt.

Um eine Vielzahl von Nutzungen zu ermöglichen, gliederten die Planer*innen das Freiluft-Projekt in drei Zonen: Boulevard, Konzertarena und Backstage-Bereich. Der längliche, etwa 50.000 Quadratmeter große Boulevard ist als öffentlicher Raum und allgemeiner Treffpunkt angelegt. Bei Konzerten nimmt er den Eingangs-  und Empfangsbereich auf und bildet die Zufahrt zur Arena. Der mit der Bühne verbundene Backstage-Bereich ist dem Veranstaltungsmanagement vorbehalten und mit modularen Produktionseinrichtungen, Lagerräumen, Künstlergarderoben sowie einer Zentrale für die Ordnungskräfte ausgestattet.

Das Herzstück der Anlage ist die Konzertarena, eine muschelförmige, zur Bühne leicht abfallende Rasenfläche von mehr als 85.000 Quadratmetern. Durch ihre Geometrie ergeben sich sehr gute Sicht- und Akustikbedingungen. Dank der Neigung von fünf Prozent sind – ähnlich wie in einem Amphitheater – Bühne und Publikum von jedem Standpunkt aus gut zu sehen. Ein System von Audio-Repeatern sorgt für gleichmäßige Schallverteilung in allen Bereichen, während Kalibrierung und Ausrichtung der akustischen Lautsprecher so konzipiert sind, dass die Schallbelästigung naheliegender bewohnter Bereiche so gering wie möglich ist.

Die Arena ist durch kreisförmige Wege und einen Mittelgang in mehrere Sektoren unterteilt. Der Einlass des Publikums findet mittig am höchsten Punkt statt, während der Auslass an mehreren Stellen und in alle Richtungen erfolgt. Diese Organisation der Besucherströme soll eine einfache Orientierung und barrierefreie Bewegung ermöglichen und das Sicherheitsgefühl erhöhen. Die Begrenzung der Arena und des Boulevards markiert eine erhöhte Randstruktur, deren leichte und durchlässige „Krone“ aus tausenden blau-weißer Flatterelemente besteht. Diese Fähnchen fungieren als visueller Rahmen eines kaum sichtbaren Baus und sollen mit ihrer Bewegung im Wind die Dynamik von Musik und Publikumsbewegungen fortführen. (da)

Fotos: Hufton + Crow, Iotti + Pavarani Architetti


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