Warten auf Katar
Fotoausstellung in Berlin
In zwei Tagen beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar. Kurz vor Anpfiff des ersten Spiels werden die Zeitungsblätter und Rundfunkanstalten nicht müde über die konfliktreiche, politische Gemengelage rund um das Emirat zu berichten. Zahlreiche Dokumentationen und Artikel haben in letzter Zeit vermehrt auch Bilder vom Geschehen vor Ort gezeigt, wie die teils desaströsen Lebensbedingungen der Gastarbeiter*innen. Der Fotograf Gregor Schmidt bereiste den kleinen Wüstenstaat mit Blick auf die anstehende Sportgroßveranstaltung schon seit 2014. Nun sind die dabei entstandenen Aufnahmen vom heutigen Abend, Freitag, 18. November bis zum kommenden Sonntag, 27. November 2022 in der Ausstellung „Waiting for Qatar“ in der Berliner Galerie/76 zu sehen.
Anders als unsere aktuelle Baunetzwoche, in der die gewaltigen Stadionbauten dieser Weltmeisterschaft vor allem aus Sicht der Klimagerechtigkeit diskutiert werden, porträtiert Gregor Schmidt Katar auch abseits der Spielstätten. Aufgenommen im typisch gleißenden Sonnenlicht zeigen seine Fotografien das glamouröse Leben in Doha ebenso wie die riesigen Baustellen und Szenen aus dem Alltag der Gastarbeiter*innen. Zum Start der Ausstellung wird der Fotograf im Gespräch von seiner Arbeit berichten.
Ausstellung: 18. November bis 27. November 2022
Eröffnung: Heute, 18. November 2022, 18 Uhr
Ort: Galerie/76, Erich-Weinert-Straße 76, 10439 Berlin
Die Ausstellung kann kostenfrei besucht werden.
Infos zur Ausstellung auf der Website von SRZ creative management.
www.gregorschmidt.com
ich war einige zeit immer mal vor ort, habe mit behörden und lokalen planern gearbeitet (denen darf man arroganz gerne andichten) , hatte einen teil der bauleitung, ebenso die möglichkeit die quartiere der sklaven zu "besuchen". das an einem hochhausprojekt. deswegen erlaube ich mir ein urteil. auch über die "richtigen" 200.000 qataris, die definitiv die sklaven als "unterhunde" (heisst dort so) bezeichnen und behandeln.
Vielleicht überlassen Sie die etwas schwierigeren Diskussionen doch Anderen und bleiben beim gewohnten Meckern über Regenrinnen. Wenn das nicht dermassen nach europäischer Arroganz zum Himmel stinkt. Bauarbeiter in Qatar können nicht bauen! Ja, sieht vielleicht nicht wie Ihr Badensischer Vorgarten aus, aber wer hat denn die Hütten da gebaut? So was kann auch nur jemand sagen, der nicht mehr als 10 Meter vor seiner Haustür schauen kann und meint, dass die deutsche Definition von Detailierung internationaler Standart zu sein hat. Also so ein Schwachsinn. Die Wahrheit ist doch, dass das unglaublich zähe Arbeiter sind, die - trotz aller Bedingungen und schlechter Behandlung - dennoch stolz auf ihr Werk sind. Man sollte über so etwas nur reden, wenn man mal selber auf Baustellen dort gearbeitet hat.
Ein Bauarbeiter ist ausgebildet und kann was bauen. In Qatar stimmt BEIDES nicht: hier sind es Hilfsarbeiter, die in Sklavenhaltung (incl. Beraubung ihrer Identität) Handlangerarbeiten ausführen. In Russland bei der letzten WM war es übrigens auch nicht viel besser, nur kälter.....
Das ist jetzt keine "PC" Debatte oder so aber Arbeitsmigranten - oder gleich den englischen Begriff Migrant Workers ist eine etwas neutralere Begrifflichkeit. Oder versucht es doch einfach mal mit "Bauarbeiter". Das gibt den Leuten schon etwas Würde zurück.