Ziegelwellen in Seoul
Firmenzentrale von behet bondzio lin architekten
Der Stadtbezirk Seongsu-dong in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul hat sich vom einstigen Schuhproduktionsstandort zum hippen Viertel entwickelt. In den ehemaligen Lager- und Fabrikhallen in unmittelbarer Nachbarschaft des Han-Flusses finden sich heute Boutiquen, Galerien und Cafés. Auch die Designindustrie zieht es hierher. Der Textilhersteller W-Mission beispielsweise, spezialisiert auf Modestoffe, hat sich vor Ort einen neuen Hauptsitz bauen lassen. Entworfen und geplant wurde das Projekt vom deutsch-taiwanesischen Büro behet bondzio lin architekten (Münster/Leipzig/Taichung).
Der 9.483 Quadratmeter große Neubau fällt auf: Zum einen durch seine rostrote Ziegelfassade, die einen klaren Bezug zu den industriellen Backsteingebäuden herstellt, die das Viertel bis heute prägen. Zum anderen durch seine dynamische Form, die zur Straßenseite hin an den Faltenwurf eines Vorhangs denken lässt – passend zum Metier des Auftraggebers. Schon einmal haben die Architekt*innen einen Ziegelbau mit textiler Anmutung konzipiert, und zwar für den Verband der Nordwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie in Münster. Während dort die Stofflichkeit eines leichten Tuches mittels verschiedener Steine direkt in die Fassade eingearbeitet wurde, so gerät diese in Seoul gleich als Ganzes ins Schwingen.
Dafür wurde ein Vorhangfassadensystem entwickelt, bei dem die Ziegel auf einer vor Ort gegossenen Betonwand befestigt sind. Diese gibt die Wellenform vor. Hinter der nur von einigen Schlitzen durchbrochenen Front befinden sich Gemeinschafts- und Serviceräume und die vertikale Erschließung des Gebäudes. Die Büroflächen hingegen sind zur Ostfassade ausgerichtet, wo sich der Baukörper mit großen Glasflächen zu Terrassen öffnet. Die Nordfassade wiederum ist durch verschieden große, scheinbar zufällig verteilte Fenster charakterisiert und erinnert damit an das Projekt einer Kirche, das behet bondzio lin in Taipeh realisierten.
Das Gebäudeinnere gliedert sich in drei unterschiedliche Bereiche. Die Sockelzone nimmt mit einem dreigeschossigen Atrium, einem Café, Showroom und Werkstatt sowie der „W-Mission-Akademie“ das öffentliche Raumprogramm auf. Darüber liegt ein offener Büroblock mit vier Stockwerken, wobei jeweils zwei durch einen Gemeinschaftsraum mit doppelter Höhe verbunden sind. In den oberen drei Geschossen befindet sich die eigentliche Zentrale von W-Mission mit weiteren Büros, Werkstätten und Versammlungsräumen sowie zwei innen liegenden, nach oben geöffneten kleinen Gärten. (da)
Fotos: Yu-Chen Chao Photography
Warum da jetzt so ein Weirde "Ehrlichkeitsdebatte" von einigen hier in den Raum geworfen wird, keine Ahnung. Zumal im totregulierten WDVS-Klötzchen Land Deutschland was alles mit Erdöl einjeschmiert nur damit der Mieter den Lunoslüfter wegen Lärm ausschaltet und das Fenster dauer aufmacht ... zur EnEv-Besparung - weeß ick net. Aber wichtig die WDVS-Klötzchen sind immernoch besser als Plattenbauten - janz wichtig.
Fenstertausch nur unter Zerstörung der Fassade möglich :-(
Ich empfinde sie als Verschwendung. Da, wie Vorredner bereits schrieben, sie sowohl im Straßenraum, unten, wo Mensch unterwegs ist, keine Wirkung entfaltet und sich durch die Ausbildung aller Gebäudekanten als mit hohem baulichen Aufwand angeklebt entlarvt.
hab ich auch gedacht.... SITE in USA hätte die Fassade einfach überstehen lassen , das wäre konsequent. es ist ja ohnehin deko. und es schwächt die welle dass die ziegelwand als schnöde glatte wand "ums eck" geht. innen ein cooles raumschiff und passt zwar zu den klammotenflagships die grade überall aus dem boden schiessen aber null zur fassade. ne echte show!