Bauen für Maschinenbauer
Firmensitz in Magdeburg von pbr
Abstrakte Bedeutungsgehalte in der Architektur sind oft genug heikel. Wie mag man „Qualität, Zuverlässigkeit und Mut“ vermitteln? Wenn pbr Planungsbüro Rohling erklären, dass ihr Neubau für FAM in Magdeburg genau dafür stehe, so kann man dieser Aussage vielleicht nur schwer folgen. Zielführender ist der Verweis, dass die Gestalt des fünfgeschossigen Bürobaus für 200 Mitarbeiter aus der Produktpalette des Unternehmens hervorgegangen sei. Die FAM Magdeburg Förderanlagen und Baumaschinen GmbH ist einer der Weltmarktführer im Förderanlagenbau und eines der größten Unternehmen Sachsen-Anhalts.
Für ihren Neubau am historischen Firmensitz im Süden der Stadt beauftragte das Unternehmen mit pbr ein international orientiertes Büro, das mit mehreren Standorten in Deutschland vertreten ist. Welche Maschinenanlagen die Architekten vor Augen hatten und wie sie schließlich zur endgültigen Form fanden, muss unklar bleiben. Klar ist jedoch das Ergebnis, zu dem sie kamen: Ein fünfgeschossiger Baukörper, durch einen Knick städtebaulich akzentuiert und mit reichlich Rundungen, die wohl auf Bewegungs- und Transportströme verweisen. Großformatige, gebogene Glasflächen und silbergraue Alucobondplatten wechseln miteinander ab, machen die interne Struktur an der Fassade ablesbar und schaffen einen gewissen maschinellen Look. Die blauen Lisenen, Bänder und Unteransichten in hellem Blau greifen die Firmenfarbe von FAM auf.
Das Gebäude wurde für die Auszeichnung „Bauwerk des Jahres 2016“ des Architekten- und Ingenieurvereins zu Magdeburg (AIV) nominiert. Bei so viel Mühen, die Bauherr und Architekten auf zeitgemäße Repräsentation legten, wurde aber zumindest an einem Aspekt zu sehr gespart: Die Außenanlagen mit den blau lackierten Standardzaunelementen fielen arg spärlich aus. (gh)
Fotos: Christian Bierwagen
"Bauwerk des Jahres" wäre natürlich ein Armutszeugnis für das, was sonst so gebaut wird, aber wenn man sich die Umgebung ansieht, finde ich das Haus doch einen Gewinn. Keine Frage allerdings: Zaun und Freiflächen machen das bisschen gestalterische Qualität wieder zunichte...
Schlimmer finde ich die mangelhafte Freiflächengestaltung und den Zaun in CI-Blau
Doch von einer Plattform wie Baunetz wünsche ich mir das Darstellen aussergewöhnlicher Projekte und hier kann ich nur gar nichts aussergewöhnliches erkennen. Solche Gebäude gibt es hundertfach in deutschen Gewerbegebieten. Ist ja nicht schlimm. Eine Baunetz-Meldung ist dies in meinen Augen aber noch lange nicht wert.
MfG,
der dude
PS: Ja, der Zaun ist wirklich unglaublich schrecklich.
aber so sind sie vielleicht auch einfach nur, die geschmäcker: verschieden...