Bronzenes Leuchten
Feuerwache von DREI Architekten in Biberach
Biberachs Freiwillige Feuerwehr hat ein neues Gebäude. Den 2013 von der Stadt Biberach an der Riss ausgelobten Architektenwettbewerb gewann der Entwurf des Stuttgarter Büros DREI Architekten . Im April 2016 erfolgte der erste Spatenstich, nach gut zwei Jahren Bauzeit bezog die Feuerwehr den neuen Hauptsitz im Juni 2018.
Der Neubau entstand in einem Industriegebiet, unweit der alten Feuerwache aus dem Jahr 1960, die nicht mehr den zeitgemäßen Anforderungen entsprach. Auf einer Grundstücksfläche von 14.335 Quadratmeter steht ein zweigeschossiger L-förmiger Bau mit einem Schlauchturm im Norden. Die Fassade ist mit bronzefarbenen Trapezblech und in den Sockelzonen in dunklem Faserzement verkleidet. Angrenzend daran befinden sich die in Sichtbeton ausgeführte Fahrzeughalle und ein Wohn- und Technikgebäude, die damit einen inneren Hof bilden.
Alle Bereiche verfügen jeweils über einen separaten Eingang. Zentral am Alarmplatz im Erdgeschoss und damit leicht zugänglich sind die Stabsräume der Feuerwehr mit Foyer, Einsatzzentrale und Alarmumkleide für 150 Feuerwehrleute arrangiert. Über die Alarmumkleide gelangen die Feuerwehrleute auf kürzestem Weg in die Fahrzeughalle, die mit 23 Stellplätzen für Einsatzfahrzeuge ausgestattet ist. Werkstätten, Lager sowie Räume der Jugendfeuerwehr befinden sich ebenfalls im Erdgeschoss.
Im Obergeschoß sind Schulungsräume und ein kleines Restaurant mit Außenterrasse ans Foyer angebunden. Kommandantur, Stabsstelle sowie ein Konditionsraum liegen alle in Richtung der Vollmerstraße. Neben der Freiwilligen Feuerwehr ist in dem Gebäude auch der Kreisfeuerlöschverband untergebracht, der die Kreisgerätewerkstatt mit Schlauchpflege, die Atemschutzübungsstrecke und die Atemschutzwerkstatt für den ganzen Landkreis betreibt.
Die Innenräume sind neben Sichtbetonoberflächen in kontrastierenden weißen Putzflächen und Eichenholzverkleidungen ausgestaltet, die roten Böden in den Räumen im Erdgeschoss als Fliesenbelag, im Obergeschoss mit Kautschukbelag. Im Schulungssaal sowie im Restaurant kam Eichenindustrieparkett zum Einsatz.
Neben dem aufwendigen Neubau unternimmt die Stadt Biberach noch mehr, um schnellstmögliche Einsätze zu garantieren: Angrenzend an die Feuerwache baut sie ein Wohngebäude mit zehn Einheiten. Diese sollen von Feuerwehrleuten und ihren Familien kostengünstig gemietet werden können, was angesichts knappen Wohnraums vielleicht auch ein Anreiz für den Dienst in der Feuerwehr darstellt. (eb)
Fotos: Zooey Braun Fotografie
Die Rutschstange sehe ich als Skulptur mit durchaus legitimer Reminizenz an alte Feuerwehrtraditionen.
wenn der Prof eine 1 gibt. Es gibt da noch "Kleinigkeiten" wie Funktion usw. Nach einiger Praxis in der Wirklichkeit und auf der Baustelle werden Sie solche "Nutzbauten" mit anderen Augen sehen. Viel Erfolg noch beim Studium
mal im ernst - das ist ein sehr anständiges gebäude, das steht doch außer frage. wahrscheinlich sieht es von außen in wirklichkeit noch besser aus, wenn keine störenden moiré-muster von der architektur ablenken wie auf den fotos. die klappe und die stange wirken, als seien sie weniger funktional motiviert als vielmehr speziell für besucher inszeniert, aber das ist spekulation. ansonsten fällt der innenraum insgesamt gegenüber der außengestaltung etwas ab - mir ist es etwas "zu 90er", und auch beim materialmix hätte man das eine oder andere element weglassen können, dann wäre es noch stimmiger geworden. nichtsdestotrotz: genau solche architektur brauchen wir - gute handwerksarbeit, statt mieser no-name-bauten. es muss ja nicht immer pritzkerpreis-architektur sein, und die funktioniert, wie wir aus weil am rhein wissen, für feuerwehrstationen auch nicht zwingend...
Warum sollte dort nicht 112 stehen? Wer sie einmal brauchte, der weiß dass das die wichtigste Telefonnummer in Deutschland ist und so sieht sie schon jedes (Kindergarten)Kind. Find ich gut!