Neue Mitte Kelkheim
Fertigstellung im Taunus
Eine Stadtmitte oder besser ein komplett neues Stadtzentrum zu planen, ist für Architekten sicherlich eine ungewöhnliche und zugleich spannende Bauaufgabe. Im November 2008 wurde die neue Mitte Kelkheim, als neues Zentrum der künstlichen Stadt Kelkheim, die 1938 aus der Fusion mehrerer, kleiner Straßendörfer entstanden war, eröffnet.
Drei große Gebäudekomplexe fassen mit insgesamt 33.000 Quadratmeter Brutto-Grundfläche den neu geschaffenen Marktplatz der Stadt, entworfen vom Büro Eling Architekten aus Lippstadt, den Gewinnern des 2005 ausgelobten Wettbewerbs.
Das neue Quartier liegt zwischen zwei parallelen Nord-Süd-Straßenachsen. Die drei- bis fünfgeschossigen Gebäudeblocks bilden eine Grenze zur benachbarten Bebauung und definieren gleichzeitig nach innen mehrere neue Plätze und Aufenthaltszonen.
Vor allem der neue Marktplatz wird an seinen Kanten von Gebäuden begrenzt, deren Erdgeschosse mit Einzelhandel bestückt wurden, die sich zum Marktplatz und neugeschaffenen Straßenräumen hin ausrichten. Die oberen Geschosse enthalten Wohnungen, betreutes Wohnen und eine Seniorenresidenz und besitzen wie im Falle des nordöstlichen Blocks einen abgeschlossenen Hof, der sich auf dem Dach der Einzelhandelsflächen befindet.
Als markantester Bauteil schließlich schwebt der nur auf vier Stützen ruhende Riegel der Stadtbibliothek über der südlichen Marktplatzkante. Der Riegel soll ein Pendant zu dem ihm gegenüber liegenden Dienstleistungszentrum bilden.
- was soll das sein - ehrliche Architektur??
- nicht heuchelnde Architektur - was bitte??
Die Architekten von heute sind über den Unmut der Bevölkerung über ihr Unvermögen Bauten für die / und aus der heutigen Zeit zu realisieren, welche in 20 Jahren auch noch Zeit aushalten und von unserer Zeit etwas erzählen können zu bauen, schon so weit, dass sie eine neue Sprache erfunden haben.
- was ist an unregelmässig angeordneten Fenstern erhrlich /nicht heuchelnd??
- was ist an vier dürren Stelzen ehrlich / nicht heuchelnd??
Ach wie schön ist es doch in der Provinz! Der Vorstädter von Frankfurt - und nichts anderes ist Kelkheim - darf sich der Nachbarschaft der Metropole brüsten und wenn er genug davon hat, tuckert er wieder in sein Dorf, und ist geschockt, wenn es nicht im traditionellen Ziegelrot giebelt. Zeitgenössische Architektur ist ein Streitfall - wenn sie Qualität bieten will. Warum wirken viele hessische Städte und Dörfer so tot? Weil sie nichts Neues wagen und immer nur das Alte schlecht weil billig kopieren wollen.
Wo es historische Substanz gibt, sollte sie erhalten oder behutsam modernisiert werden, wo aber, wie auch im Fall Kelkheim seit Jahrzehnten, eine Lücke besteht, sollte sie "ehrlich" behandelt werden und nichts anderes macht eine gute Architektur, die auf der Höhe ihrer Zeit sein muss, wenn sie nicht heucheln soll.
Sonnenbrille auf und schnellstmöglichst dran vorbei. So unruhige Fassaden habe ich noch nie gesehen. Das gibt Augenkrebs.