Bewohnte Wand
Ferienhaus an der chilenischen Pazifikküste von Pezo von Ellrichshausen
„More than a hut, but less than a house“, so beschreibt es die Presseerkärung der chilenischen Architekten Pezo von Ellrichshausen (Concepción): Ein minimalistisches Ferienhaus auf der Coliumo Halbinsel inmitten eines Landschaftsschutzgebietes und neben einem Seelöwenreservats. Und tatsächlich wirkt das Gebäude – das in Proportion und Lage ein wenig an die Villa Malaparte erinnert – auf den ersten Blick weniger wie ein vollständiges Gebäude denn als Teil eines solchen: Je nach Blickrichtung erscheint es wie eine senkrecht aus dem Felsen herausragende Wand, oder wie ein kleiner Turm an der rauen Steilküste des Pazifiks.
Die Bauten des Architektenpaars Sofia von Ellrichshausen und Mauricio Pezo, wie das gemeinsame Wohnhaus und Studio am Rand der Stadt Concepción, zeichnen sich oftmals durch stark geometrische Formen und die Betonung der Materialität aus. Auch das sogenannte Loba House weist eine ungewöhnliche Mauerdicke und erstaunliche Maße auf. Seine monolithische, langgezogene Betonstruktur fasst auf siebzig Quadratmetern Grundfläche einen höhlenartigen Einraum. Dieser wird durch drei Betonsäulen unterbrochen, die neben der Statik auch als Nischen für Küche und Bad dienen. Das Rauminnere nimmt die Terrassierung des Geländes auf und erstreckt sich auf sechs Plateaus verteilt. Die Funktionen verteilen sich fließend: Der Bereich der niedrigsten Deckenhöhe ist dem Schlafen zugeordnet, in den mittleren und vorderen, höheren Räumen wird gewohnt.
Sämtliche Aufbewahrungsmöglichkeiten sind in Wände und Stufen integriert, um den Raum offenzuhalten. Vereinzelte Oberlichter, Fenster und dramatisch gesetzte, runde Öffnungen lassen gezielt Tageslicht ins Innere. Im einfallenden Licht kommt der mit Holzbrettern geschalte Ortbeton zur Geltung. Die Rauheit der Oberflächen und die vermeintliche Einfachheit des Gebäudes wirken wie eine architektonische Antwort auf die wilde, umgebende Landschaft. Definitiv mehr als eine Hütte. (ksc)
Fotos: Pezo von Ellrichshausen
Die Einfachheit der Materialien ist klasse, aber es bleibt unerklärlich, wieso der Beton in diese fensterlose, abweisende, fragwürdige Form gegossen wurde, die eher an technisch notwendige Tunnel-, Schacht- und Resträume erinnert als an Architektur.
Wo ist nur der Sinn für Materialität, Licht, Formen, Farben, Eleganz, Aura etc. bei den Kommentatoren (Architekten?) geblieben? Bezug zum Kontext? Nicht falsch verstehen, ich liebe Sichtbeton. Vielleicht als Experiment und Filmkulisse gelungen! Als Ferienhaus eine Fehlplanung. Bitte mal mit Foto der Casa Malaparte vergleichen. Die Kollegen von Ellrichshausen, mit deutschen Wurzeln, schätze ich sonst sehr!
ein haus ganz ohne schminke - die einbaumöbel sind vermutlich noch aus den schalbrettern gefertigt. wunderbar gelungen!
Wer ausser ein paar zwanghaften Architekten fühlt sich in einem solchen Un-Raum wohl? ich wäre glücklich wenn man das möglichst schnell wieder abträgt. Vielleicht kann man vorher noch einen Horrorstreifen drin drehen....