Berlin Alexanderplatz
Fassadenwettbewerb für Hotel entschieden
Gesucht war eine Hülle für ein neues Hotel am Alexanderplatz, gefragt wurden sechs Büros. „Das Verfahren war ungewöhnlich, denn normalerweise entwirft man natürlich eine ganzes Haus“, sagte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher bei der Preisverleihung des Fassadenwettbewerbs „Alexander Parkside“ vergangenen Donnerstagabend.
Die Jury, in der neben Regula Lüscher auch Peter Meyer, Johanne Nalbach und Klaus Zillich saßen, entschied sich am vergangen Donnerstag für folgende Preisträger:
1. Preis: Ludloff & Ludloff Architekten (Berlin) mit den Ingenieuren Werner Sobek (Stuttgart/ New York)
2. Preis: Robertneun (Berlin) mit den Ingenieuren Priedemann Fassadenberatung (Großbeeren)
3. Preis: Collignon Architektur und Design mit den Ingenieuren Roman Kucharzak (beide Berlin)
Der Siegerentwurf soll jedoch nicht realisiert werden, den Auftrag hat vielmehr das drittplatzierte Büro Collignon erhalten. Dieses schlägt für den Hotelkomplex an der Otto-Braun-Straße auf dem Parkplatz hinter dem früheren Haus des Reisens eine Kombination aus hellem Betonwerkstein mit einer dezenten Aluminium- und Glasverkleidung vor.
Die Fassade von Ludloff & Ludloff hingegen sehe laut Willfried Eule, Geschäftsführer des Immobilienkonzerns, wie eine „Gitter-Metall-Fassade“, das habe so etwas „Käfighaftes“. Nach aktuellen Schätzungen sei die Metallfassade des Siegerentwurfs vermutlich auch teurer.
Beide Entwürfe spielen jedoch mit dem Element der Fenster: Diese sollen von unterschiedlicher Größe und Anordnung sein, frei nach dem Motto „Je mehr die Touristen ausgeben desto größer die Fenster und desto lichtdurchfluteter ihr Hotelzimmer“.
Das Hotel gehört zu einer Reihe von Neubauprojekten am Berliner Alexanderplatz. Hier planen unter anderem auch die Berliner Büros Nalbach & Nalbach (siehe BauNetz-Meldung zum Wettbewerbsgewinn vom 20. August 2008) sowie Augustin und Frank Architekten. 2012 soll das Projekt fertig gestellt sein.
Die Ausstellung der Wettbewerbsbeiträge läuft noch bis zum 29. April 2010, Mo-Sa 10-18 Uhr, im Lichthof der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Am Köllnischen Park 3, 10179 Berlin.
was ham se denn gegen Bielefelder?
@solong
affektierter gehts wohl kaum?! Demnächst bitte nur noch Pünktchen ... dann paßten Inhalt und Form endlich zusammen.
@ Architekten und Investoren
tolles soziales Konzept: Viel Geld - viel Licht: Bravo!! Zum Wesentlichen (Entwurf) kann hier aufgrund der nichtssagenden Darstellungen keine Stellung bezogen werden.
2. bin auch kein Berliner sondern Hamburger!
Vielleicht verwechselst du ja "Alt" und "Neu". Und warum sollte "Historismus" nichts mit "Neuem" zu tun haben?
Wir erleben doch gerade eine Revolution in der Architektur. Bürger, Investoren und auch Bauverwaltungen wenden sich vom sogenannten vom Architekten versprochenen "Neuem" ab. In Fall dieses Hotelentwurfs kann ich den Investor voll und ganz verstehen - bzw. auch die künfigen Nutzer verstehen.
Was uns gerne als "Neu" verkauft wird ist bei genauerem Hinsehen im Grunde das "Alte" ideologisch aufgepeppt (momental sind Klimaberechnungen im Trend, was ist morgen...?), kann keinen richtig überzeugen und steht nach einem Jahr (durch Materialien die nicht wettertauglich sind) abgenutzt traurig in der Ecke. Ich finde das ist nicht "Neu" und nicht "Modern" - das ist alter Muff.
Ich würde mich einfach über ein Haus freuen, das erkenntlich aus unserer Zeit kommt, Zeit aushalten kann und nicht gleich aus der Mode ist und würdig altern kann. Ich finde Berlin geht da bisher einen ganz guten Weg. Frau Lüscher wird sich auch noch überzeugen lassen.