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23.04.2019

Wenn Holz Schule macht

Erweiterungsbau von Graber & Steiger im Schweizer Nottwil


Schulen sind derzeit ein großes Thema, egal ob in Deutschland, der Schweiz oder weltweit, und Holz als Material liegt sowieso im Trend. In diesem Sinne ist die Kombination beider Trends die logische Fortsetzung, wie Projekte in Frankfurt oder der Westschweiz zeigen.

Seit kurzem steht nun in im Schweizer Örtchen Nottwil ein Schulhaus, bei dem selbst an Stellen, an denen andernorts auf Beton zurückgegriffen wird, gilt: alles auf Holz. So ist nicht nur der Innenausbau in sichtbaren Fichten- und Tannenholzplatten und die zweifach behandelte Schalung in Weißtanne realisiert. Auch die Konstruktion über dem konventionellen Kellergeschoss besteht bei diesem Schulgebäude aus Brettschichtholz – bis hin zum Liftschacht.

Die Vorteile liegen auf der Hand: So soll die belüftete Fassade für eine natürliche Luftzirkulation sorgen, Feuchtigkeitsbildung verhindern und zugleich eine optimale Wärmedämmung gewährleisten. Und im Inneren sorgt das Holz dann generell für eine Wohlfühlatmosphäre. Zumal das Material vollständig aus der Region stammt, wie das ausführende Unternehmen Kost Holzbau betont.

Entworfen hat die Grundschule das Büro Graber & Steiger Architekten aus Luzern, die auch für die Erweiterung des Thun-Panoramas verantwortlich waren. 2015 hatten sie den von der Gemeinde ausgelobten Einladungswettbewerb für sich entscheiden können. Das erste, 50 Meter lange und 15 Meter breite Gebäudeteil ist inzwischen fertiggestellt.

Damit erweitert der in Holzbauweise errichtete, vierstöckige Neubau die bestehende Schule im Schweizer Kanton Luzern um neun Klassen- und zwei Kindergartenräume. Im Raumprogramm galt es, sowohl aktuelle pädagogische Vorstellungen umzusetzen als auch größtmöglichen Spielraum für künftige Entwicklungen zu lassen, schreiben die Architekten.

Festlegen und doch nicht festlegen – eine schwierige Aufgabe. Auch weil Hauptsonnenseite und Aussicht auf den Sempachersee in zwei verschiedene Richtungen zeigen. Die Architekten entwickelten basierend auf einer simplen, länglichen Grundform ein Raumkonzept, das beiden Seiten gerecht werden soll. So weisen die Klassenräume im Erdgeschoss Richtung Bestandsschule und Sonnenseite, während die Erschließung entlang der nördlichen Aussichtsseite läuft. Dagegen sind im Unter- und Obergeschoss die Räume dem See zugewandt.

Äußerlich fällt der 14 Meter hohe Schulbau in Hanglage durch seine markanten Lisenen auf, die wie fast alles andere ebenfalls aus Holz bestehen. Auch die beiden Zugangsstege, die den Neubau mit dem Bestand verbinden, sind aus Holz. Aus Lärchenholz. (kat)

Fotos: Kost Holzbau


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