Symmetrisch angebaut
Erweiterung der Kunsthalle Bremen fertig
Während das Weserburg-Museum für moderne Kunst in Bremen weiter ums Überleben kämpft, freut sich die Bremer Kunsthalle über ihren neuen Anbau von Hufnagel Pütz Raffaelian Architekten (Berlin). Nach zweieinhalbjähriger Schließung wird das Kunstmuseum morgen wiedereröffnet – allerdings erstmal ohne Bilder. In den kommenden Wochen gibt es hier Architektur pur: Die bildlosen Räume werden lediglich mit Licht- und Klanginstallation von James Turell und John Cage bespielt.
Nach dem Umbau stehen der Kunsthalle künftig 4.000 Quadratmeter mehr zur Verfügung. Anders als ursprünglich geplant, fügten die Berliner Architekten keinen einseitigen Baukörper an, sondern verwandelten den Bestandsbau aus dem Jahre 1849 durch zwei symmetrisch angeordnete Seitenflügel in eine Kreuzform. Damit knüpfen sie an die klassizistische Entstehungszeit der Kunsthalle an. „ Wir sind ein Stück in die Geschichte gegangen und haben symmetrisch angebaut“, so Karl Hufnagel.
Für den Anbau musste ein von Werner Düttmann erbauter Seitentrakt aus den 80er Jahren weichen. Die Außenfassade des alten Kunstmuseums bildet nun die Innenwände der neuen Seitenflügel. Den Architekten zufolge werde durch die „gleichgewichtige Situierung“ die Autonomie der Kunsthalle betont, außerdem stelle sie im Landschaftsraum die räumliche Kontinuität der umliegenden Wallanlagen wieder her. Die Parkanlage am Rande der Bremer Innenstadt gilt als erste öffentliche Parkanlage Deutschlands überhaupt.
Derzeit hängen die etwa 2.000 Gemälde der Kunsthalle noch als „noble Gäste“ in 20 unterschiedlichen deutschen Museen. Zum Ende des Monats sollen sie wieder nach Bremen zurückkehren. Bis dahin sei Gelegenheit, die Architektur zu würdigen, bevor sie wieder in den Hintergrund trete, so der Direktor Wulf Herzogenrath.
Im Dunkeln und Halbdunkeln (siehe entsprechende Fotos bei Baunetz) sieht der Anbau klasse aus durch die Lichtinszenierung. Im Hellen leider nicht...da stimme ich einigen anderen Kommentatoren bei, die Betonplatten sind zu grob und kommunizieren nicht mit dem Bestand, und die Aufnahme einiger Gliederungslinien ist zu wenig, um das Ziel zu erreichen.
(Und ich wundere mich immernoch, wo unser Wettbewerbsmodell abgeblieben ist...!)
aber die aussenfassade überzeugt mich nicht - sie ist tatsächlich etwas banal ausgefallen.
der ansatz anzubauen, weiterzubauen, der überzeugt mich hingegen schon.
im inneren ist das ganze großartig geworden und wird jeden kritiker vor ort überzeugen- hier wirkt absolut nichts temporär und lächerlich.
weiter so. aber ein bischen profil in der fassade hätte es schon sein können! immer dieses aalglatte, "abstrakte", das bringt doch nichts als baumängel!
Wirkt wie eine temporäre Geschichte und - das ist das Schöne an Architektur - kann bald wieder abgerissen werden.