Wüsten-Blob
Erdos-Museum von MAD eröffnet
Man kann diese Art der Formensprache diskutieren – aber was, wenn sie am Ende der Welt steht? Das chinesische Büro MAD Architects (Peking) hat mitten in die Einsamkeit der Wüste Gobi einen Blob gestellt: In der Inneren Mongolei wurde diese Woche der Neubau des Erdos-Museum eröffnet.
Der gut 41.000 Quadratmeter große, 40 Meter hohe Bau steht auf einem 27.500 Quadratmeter großen Grundstück bei Kang Ba Shi. Der unregelmäßige Kern des Gebäudes wird von poliertem Metall-Lamellen in einer horizontalen Schichtung umhüllt – wie eine Schale liegt das Museum in der Landschaft, während das Dach durch seine vielfachen Reflexionen die unmittelbare Umgebung zersplittert.
Auch das Innere des Museums ist unregelmäßig geformt, nur Böden und Decken verlaufen gerade. Der Neubau gliedert sich in mehrere Hallen und verschieden große Ausstellungsräume, die durch kontinuierlich gekrümmte Wände definiert werden und so eine einzigartige Form erhalten. Alle Räume werden durch ein großzügiges, zentrales Eingangsfoyer erschlossen.
Die Architekten haben in Zusammenarbeit mit dem Museum nun ein Video des fertig gestellten Wüsten-Blobs veröffentlicht. Parkplätze scheint es nicht zu geben; mit dem Pferd reitet es sich besser über die Sanddünen. Die Innenräume zeigen sich als beachtliches Raumkontinuum. Das Projekt ist das erste von insgesamt dreizehn geplanten Neubauten in Kang Ba Shi.
Im ARCHlab-Video erklärt Ma Yansong von MAD seinen Entwurf für das Ordos Museum. Die Videoreihe ARCHlab ist eine Koproduktion von BauNetz und Prounen Film, mit freundlicher Unterstützung des Goethe Instituts und der Firma GIRA. Alle Videos sind wahlweise in Originalfassung oder mit deutscher und englischer Synchronisation abrufbar. Mehr Filme gibt es hier.
was sehen wir wirklich? ein stark inszeniertes bild vom äussserem in einem offensichtlich (ich berufe mich hier auf die aussagen der vorkommentatoren) stark verfälscht dargestellten kontext. im video redundante bilder der (sicher spektakulären, aber ästhetisch trotzdem fragwürdigen) erschliessung. ist das haus denn als museum tatsächlich bespielbar? wie steht es um architektonische kategorien abseits der reinen form? darüber erfahren wir nichts. insofern ist eine beurteilung nicht weiter möglich. gleichzeitig stellt sich so aber auch die frage, inwieweit wir es hier wirklich mit architektur zu tun haben, oder aber vielleicht doch mit einer begehbaren skulptur, der man auch noch nutzen abringen kann?
das einzige, was mich wirklich begeistert, ist der coole chinese in dem film!
www.bauwelt.de/cms/bauwerk.html?id=1833161&lang=de#.ToQ5oOzT5a8
Dieser Kontext wird leider in den Berichten im Westen oft vernachlässigt zugunsten eines Pauschalurteils à la "die Deppen bauen einen Haufen Gebäude in die Wüste". So einfach ist es nicht...
Präzise für den Ort geplant und diesen prägend, Materialwahl, Farbigkeit, Raumeindruck, sogar Proportionen, alles wirkt stimmig.
Zur Bestätigung diese Eidruckes möchte man gerne noch mehr erfahren.