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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Erdbebensicheres_Wohnhaus_in_Mexiko_von_Naso_7112454.html

18.02.2020

Unterm Tonnengewölbe

Erdbebensicheres Wohnhaus in Mexiko von Naso


Im September 2017, am 32. Jahrestag des großen Erdbebens von 1985, wurde Mexiko eneut von einem schweren Beben erschüttert. Mehr als 350 Menschen kamen ums Leben, hunderte Häuser wurden beschädigt, dutzende stürzten ein. Um den Menschen schnellstmöglich zu helfen, begannen verschiedene Initiativen bauliche Schäden zu beheben und gefährdete Gebäude zu sichern. Eine dieser Initiativen ist ReConstruir México, die das junge Architekturbüro Naso (Mexiko Stadt) einlud, im Rahmen ihres Wiederaufbauprojekts eines von 50 einstürzgefährdeten Häusern erdbebensicher zu gestalten.

Das Wohnhaus, Zuhause einer vierköpfigen Familie, liegt zwischen dem Pilgerort Chalma und dem touristisch beliebten Malinalco, südwestlich von Mexiko Stadt. Die speziellen Bedürfnisse der schon recht betagten Bewohner nahm das Team um Bürogründer José Ignacio Vargas zum Ausgangspunkt des Entwurfs: Eine klare Zirkulation innerhalb des Hauses soll sicherstellen, dass die Eltern sich so selbständig wie möglich darin bewegen können. Zudem sollten Interaktion und Privatsphäre von Eltern und (nicht mehr ganz jungen) Kindern gleichermaßen gewährleistet werden. Und schließlich wünschte man sich Räume, die der Familie ein zusätzliches Einkommen ermöglichen.

Anstelle des alten, mit der Familie gewachsenen Wohnhauses entstand aus vor Ort komprimierten Lehmbausteinen ein rechteckiges Volumen, in dem ebenerdig die gemeinsam genutzten Räume liegen. An Küche, Esszimmer und Badezimmer schließen zwei Schlafzimmer an, eines davon barrierefrei mit dem Bad verbunden. Der Kern des Hauses kann durch Schiebetüren vollständig geöffnet werden und fungiert auch als große Veranda.

Oberhalb des kompakten Bauwerks befindet sich ein weiteres Schlafzimmer, das mit einem Betontonnengewölbe abschließt. Über eine außenliegende Treppe erschlossen, ist dieser Raum vom Rest des Hauses unabhängig nutzbar. Die abgerundete Dachform ist dem regnerischen Klima der Gegend angepasst und spiegelt die umgebenden Berge wider. Außerdem verweist seine Wölbung – in der Tradition der Pilgerkirchen – auf eine mögliche Zusatznutzung des oberen Gebäudeteils als Touristenunterkunft und Wandergaststätte. (kms)

Fotos: Maureen M. Evans


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