Gerastert am Hauptbahnhof
Ensemble von Max Dudler in Nürnberg
Blockförmige Bauten mit gleichmäßigem Fensterraster und abgestuften Fassaden – so oder so ähnlich kennt man es von Max Dudler. Zu seiner Sammlung an streng gerasterten, blockhaften Bauten in Hannover, Berlin und Zürich – allesamt in diesem Jahr fertiggestellt – gesellt sich nun ein weiteres Gebäudeensemble in Nürnberg. Hier hat das Berliner Büro einen wichtigen Stadtbaustein ergänzt, der das östlich des Hauptbahnhof gelegene Areal der ehemaligen Hauptpost wiederbeleben soll.
Zu dem von der Hubert Haupt Immobilien Holding entwickelten Projekt Tafelhof Palais zählt neben den vier Neubauten – bestehend aus zwei Hochhäusern mit zehn und 15 Geschossen sowie zwei Gebäuden mit je sieben Stockwerken – außerdem der von Hans Weiß und Johann Kohl entworfene Rundbau der ehemaligen Hauptpost aus dem Jahr 1924. Für die Kernsanierung des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes zeichnet ebenfalls das Team um Max Dudler verantwortlich. Weichen musste allerdings der Kopfbau der Hauptpost, der lange Zeit zu großen Teilen leer stand und schließlich 2013 mit Beginn der Bauarbeiten abgerissen wurde.
Das Ensemble ergänzt die Bebauung östlich des Nürnberger Hauptbahnhofs und schließt direkt an den Bestandsbau an. Die zwei Türme mit unterschiedlichen Höhen wie auch die zwei niedrigeren Gebäude sowie der denkmalgeschützte Rundbau wurden um einen gemeinsamen Innenhof angeordnet, der sich in Richtung Altstadt öffnet. Insgesamt steht eine Nutzfläche von 35.400 Quadratmetern zur Verfügung. Die Hotelketten Leonardo Royal und Motel One haben die beiden Türme bezogen, wobei das höherklassige Leonardo Royal auch teilweise Flächen im historischen Rundbau angemietet hat. Sie übernahmen auch die Innenraumgestaltung, für die also nicht das Büro Max Dudler verantwortlich zeichnet. Auf den übrigen Flächen werden Büros, Einzelhandel und Gastronomie untergebracht.
Durch den zweigeschossigen Sockel mit Kolonnaden und hellen Naturstein- und Putzfassaden darüber wird insgesamt ein einheitliches Gesamtbild erzeugt. Die gerasterten Lochfassaden greifen den Charakter des Bestandsbaus auf, vertikale Lisenen und angeschrägte Fensterlaibungen lockern das streng gegliederte Fassadenbild ein wenig auf. (dsm)
Fotos: Stefan Müller
Warum ist es so schwer die Sprache des Bahnhofs in die Kubatur und in die Material Wahl auf zu nehmen, es hat doch einen Grund warum Altstadt Häuser so beliebt sind, es ist das Leben und die Wärme welche in ihnen wohnt, die liebe zu Details, zu Rahmen, Figuren, Kanten ja selbst Fensterläden..... Gerne darf es auch diese Höhe haben aber wo ist der würdige Turm Abschluss, die Spitze der einem Bauwerk das jeder sieht sobald er die Stadt betritt einen "Wow" Effekt beschert? Insofern zwar ein ein nicht hässliches Gebäude aber auch Nichts was wir unseren Kinder mit Stolz hinterlassen können... Es ist einfach nur ein Architektonisches Nichts!
Aber der Investor kann mit einem guten Namen werben. Win-Win-Situation zulasten des Städtebaus.
Zudem war der Bau funktional und hätte einfach nur einer Modernisierung bedurft. Was dafür nun hingestellt wurde freut ausschließlich den Investor. Die horizontale Gliederung der Fassade ist ein Graus. Es hätte funktionieren können, wenn da noch zehn Geschosse mehr wären. Leider ist seit dem Bau des Neuen Museums von Staab, welches vor 21 Jahren eröffnet wurde nichts Aufregendes in dieser Stadt passiert und der hier gezeigte Neubau lässt vermuten, dass es noch lange so bleiben wird.
Einziges Manko, der Turm ist nicht hoch genug. Man denke an den tollen Turm von M&D in Basel und die damit verbundene Sichtachse, bevor die Looser HDM diese Kloschüssel über den Platz bauen mussten.
Aber dafür kann ja der Max nichts.