Hof im Kleinen
Einfamilienhaus in Österreich
Wenn Bauern sich aus dem Berufsleben zurückziehen, wechseln sie auf dem Hof in ein so genanntes Auszugshaus. Für einen solchen Alterswohnsitz im österreichischen Innkreis haben sich die Planer von Hohensinn Architektur an den regionaltypischen Vierseithöfen orientiert.
Es ist ein „Hof im Kleinen“ entstanden, der aus einem kompakten Gebäude und einem vielseitig nutzbaren Freibereich besteht. In Anlehnung an die landwirtschaftlichen Bauten der Nachbarschaft wurden die Fassaden mit unbehandeltem Tannenholz verkleidet. Zum Innenhof sind die Bretter dunkelgrau lasiert, die weiß lackierten Tür- und Fensterrahmen heben sich davon deutlich ab.
Der Bau steht auf einem geneigten Grundstück; die Architekten haben das untere Geschoss des Hauses deshalb in den Hang hinein geschoben. Hier liegen der straßenseitige Eingang, die Garage, Stauräume, eine Garderobe und ein Bereich für Gäste. Über eine Treppe gelangt man ins Obergeschoss und hier direkt in einen großen, zusammenhängenden Wohn- und Kochbereich. Er öffnet sich zum Innenhof nach Süden. Westlich schließt L-förmig ein Gebäudeflügel an, in dem Schlafzimmer, das Bad und Nebenräume liegen.
Der Freibereich schließt zur Landschaft mit einer präzisen Kante ab und bildet unterschiedliche Zonen aus: einen Sitzplatz, der durch das weit auskragende Dach geschützt ist, einen Gemüsegarten und eine Rasenfläche.
Das Thema Holz setzt sich im Inneren mit einer sichtbaren Brettschichtholzkonstruktion fort. Teilweise sind Möbel aus Eiche in die Architektur integriert. Modern und reduziert sollte das Gesamtbild des Hauses innen wir außen sein – wohnlich-warm erscheint es durch das viele Holz.
Fotos: Sebastian Schels
Ob ein EFH noch zeitgemäß ist darüber lässt sich wunderbar streiten. Zersiedelung? Ja aber ist es vielleicht das erste Haus in einer neuen Siedlung.
2. ok, differenzierter: ich halte es für antiquiert, an dieser stelle so zu bauen. das haus mag handwerklich gut gemacht sein, selbst das raumkonzept, die anlage für sich genommen, das ganze drumrum vergessen, ist sogar nicht mal unsympathisch - nur wo bitte kann man in der architektur und planung das drumrum vergessen, ausblenden ignorieren? - auch eine form von eskapismus. man kann ja meinetwegen weiterhin so tun als lebten wir im 19. jh oder zu spätroms zeiten und häuser beliebig in die gegend stellen, zersiedelung hin, infrastruktur- und engergiekosten her. aber zeitgemäß ist das bei zeus nicht mehr - und wer es bewerben will, muss sich halt kritik gefallen lassen, er darf's ja trotzdem weiter tun. mit dem hauskonzept ließe sich auch schön verdichtet bauen, halt ohne blick in die weite der prärie.
3. versteh' ich nicht
Größenmäßig ziemlich dekadent für einen Alterswohnsitz von vermutlich zwei Menschen - von einem Hof im Kleinen kann wohl keine Rede sein.
1. Antiquiert ist zunächst wertungsfrei und nicht - wie bei Ihnen - grundsätzlich negativ anzusehen.
2. Was, bitte schön, soll an dem Hauskonzept negativ alt sein?
3. unangenehme Kritik wird entweder mit Häme oder mit Vergleichen erwidert. Mal Süddeutsche hierzu lesen.