RSS NEWSLETTER

https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Einfamilienhaus_in_Toyota_von_Nori_Architects_7994760.html

15.08.2022

Leben in der Holzschatulle

Einfamilienhaus in Toyota von Nori Architects


Gute Wohnhäuser in japanischen Metropolen bringen meist zwei Qualitäten mit: Sie stellen zum einen möglichst viel Platz auf möglichst wenig Raum bereit und verbinden zum anderen schlichten Pragmatismus mit unkonventionellen Wohnideen. So auch der Bau, den das in Tokio sitzende Büro Nori Architects für eine junge vierköpfige Familie in der auf Japans Hauptinsel Honshu gelegenen Stadt Toyota entworfen hat. Wie der Name schon sagt, zeichnet sich das Minimum House außerdem dadurch aus, dass es mit einem Miminum an Baumaterialen und Aufwand sowie kleinem Budget errichtet wurde. Die einfache und klar verständliche Struktur soll den Bewohner*innen ermöglichen, künftige Reparaturen und etwaige Änderungen selbst vorzunehmen.

Schon das landestypisch beengte Baugrundstück stellte eine Herausforderung dar: Lang und extrem schmal erstreckt es sich von Ost nach West und wird dabei an drei Seiten von einer dicht angrenzenden Nachbarbebauung umzingelt, während an der vierten Seite eine Straße verläuft. Nori Architects konzipierten einen kompakten, kastenförmigen Dreigeschosser mit einer Bruttogrundfläche von 88 Quadratmetern, dessen Höhe circa sechs Meter beträgt. Die leichte Holzkonstruktion wurde außen mit Faserzementplatten gedämmt, während die Architekt*innen im Inneren auf Verkleidungen verzichteten. So entstanden warme, kokonartige Räume, in denen die Gebäudestruktur inklusive Rohrleitungen und Verkabelungen freiliegt.

Aufgrund der nahen Nachbarbebauung zeigt sich das Haus an seinen Längsseiten weitgehend geschlossen. Es öffnet sich jedoch an der vorderen Schmalseite und an der südöstlichen Ecke im Bereich des zweiten Obergeschosses. Hier befindet sich auch das Zentrum das Hauses: ein Wohnzimmer mit doppelter Höhe, das zugleich als Verbindungsraum zwischen oberster Ebene mit Kinder- und Schlafzimmer und Eingangsebene mit Küche, Essbereich, Bad und Multifunktionsraum dient. Der Eingangsfront ist zudem eine teils mit Drahtgeflecht, teils mit Kunststoffplatten ausgefachte Stahlkonstruktion vorgelagert, die mit einer überdachten Terrasse und einer Veranda im zweiten Obergeschoss zwei Außenwohnräume bietet. (da)

Fotos: Jumpei Suzuki


Kommentare:
Kommentare (7) lesen / Meldung kommentieren


Alle Meldungen

<

15.08.2022

Zeder in der Banlieue

Gemeindezentrum in Paris von Guillaume Ramillien Architecture

15.08.2022

Deutscher Ingenieurbaupreis 2022 vergeben

Stadtbahnbrücke in Stuttgart-Degerloch

>
BauNetzwoche
Alpine Baukultur
baunetz CAMPUS
Erkundungsmaterial
BauNetz Wissen
Sorgfältig umverteilt
baunetz interior|design
Monochromer Rückzugsort
Baunetz Architekten
asp Architekten
vgwort