Licht und Schatten
Einfamilienhaus bei Gent von Graux & Baeyens
Ein schmales Grundstück mit schönem Ausblick auf die umliegende Marschlandschaft, nur leider mit einem kleinen Haken: Die grünen Wiesen sind Richtung Norden orientiert, die Sonne kommt in unseren Breiten aber bekanntlich von Süden. Graux & Baeyens aus Gent positionieren darum ihr jüngstes Einfamilienhaus im benachbarten Örtchen Astene zwischen dem Wunsch der Bewohner nach viel Licht und dem visuellen Bezugspunkt der nahen Natur.
Drei Kuben aus grauen Ziegelsteinen nehmen das Wohnprogramm auf, wobei die Architekten die Baumasse mit wenigen Operationen an die Bedürfnisse der Bewohner anpassen. Richtung Westen und Süden klappen sie das Haus auf und lassen so Licht in die Tiefe. Und Richtung Norden inszenieren sie den Ausblick lediglich mit vergleichsweise kleinen Fensterflächen. Geschlossen gibt sich das Haus auch zur Straße hin, von dort gelangt man über eine unscheinbare Tür ins Innere.
Als weiteres wichtiges Element ergänzen sie außerdem einen eingeschossigen Gartenbau, der die kompakten Volumen miteinander verbindet. Das Erdgeschoss erhält dadurch eine geometrisch irreguläre Weitläufigkeit, die im Kontrast zur Strenge der Kuben steht. Deren Ziegelfassade wird im Innenraum fortgeführt, was im Zusammenspiel mit dunklen Holzeinbauten und einer weißen Lamellendecke eine gediegen-modernistische Ästhetik ergibt.
Im Obergeschoss zeigt sich der Grundriss konventionell-luxuriös. Die Eltern haben hier einen eigenen Bereich mit begehbarem Kleiderschrank und natürlich einem eigenen Bad. Für die Kinder gibt es zwei gleichwertige Zimmer, Bad und Toilette allerdings nur auf dem Flur. Die verglasten Fugen zwischen den Kuben sorgen auch im Obergeschoss für viel Licht und Ausblicke auf die Landschaft. (sb)
Foto: Jeroen Verrecht
könnte sein, dass das blech vielleicht nicht die hier (D) notwendige abkanthöhe hat, aber das ist so schlimm auch nicht; gibt halt etwas mehr patina an der fassade... oder meinst du etwas anderes, was ich hier übersehe? ich frage mich dann eher, ob hier nur frei entwässsert wird... ansonsten ein guter entwurf, sehr fein und leise. mag sein, dass a/v und co. nicht so optimal, aber ehrlich gesagt, müssten dann einfamilienhäuser insgesamt kritisiert werden. und immerhin habe die bauleute wohl geld und bauen trotzdem keine riesenvilla...denn so groß ist das haus hier nicht! @max: "mailand oder madrid"...klasse!
das thema mit den spitzen außenräumen ist auf den zweiten blick wirklich gar nicht so schlecht, ich hatte es anhand der etwas verwirrenden plangrafik, die die grenze zwischen innen- und außenraum nicht klar darstellt, zunächst nicht ganz verstanden. der luftraum über dem hauseingang ist sicher sehr spannungsvoll, wenngleich er trotz großem baulichem aufwand keinen regenschutz bietet ;) und das thema a/v-verhältnis interessiert natürlich nicht mehr, wenn man so ein haus baut, schon klar. ich wünschte mir einfach mehr gute architektur, die ressourcen schont und auf dem teppich bleibt, daher bleibe ich bei meiner kritik. das hier gezeigte haus ist extrem elitär in jeder hinsicht. das ist elfenbeinturm-denke mit suv, jaccuzzi und versace-unterhose, und die taugt (obwohl es vielleicht so scheint) niemals als vorbild für die massen, die in hässlichen mietshäusern mit plastikfenstern wohnen und maximal von einem wdvs-fertighaus träumen.
Den Konjunktiv zu verwenden ist wohl für einige zu subversiv. Zum Thema: Was mich immer wieder verwundert, ist die gewisse Unbekümmertheit unserer Nachbarn, wodurch solche Projekte entspringen können - auch wenn nicht gleich Prizkerpreis-verdächtig. Dafür, dass wir in der selben Klimazone leben und den selben Naturgesetzen unterworfen sind, entspringt oft genug selbst im Kleinen etwas, wo wir nur staunend, beneidend über den Jägerzaun blicken können.