Lavendel und Thymian auf dem Dach
Einfamilienhaus bei Athen
Wie schön, wenn es wenigstens die Fotos mancher Projekte vermögen, ein wenig Sonne und Wärme in unsere Breitengrade zu transportieren. So geschehen bei dem von Tense Architecture Network (Athen) entworfenen Projekts eines Einfamilienhauses, entstanden im nördlich von Athen gelegenen Dorf Sykamino.
Der zweigeschossige Baukörper des Hauses beschreibt annähernd die Figur eines maximal in die Länge gezogenen Parallelogramms und gibt damit die lang gestreckte Lage des Grundstücks wieder. Gleichzeitig wird der Topographie des Geländes Rechnung getragen, indem das untere der beiden Geschosse vollständig, und das obere zur Hälfte in die Erde gegraben wurde.
Das begehbare Dach des 60 Meter langen Gebäudes haben die Architekten mit der hier beheimateten Vegetation aus Strohblumen, Drosanthemum, Lavendel, Prachtkerze und Thymian bepflanzt. Darunter öffnen sich die mit einer breiten Fensterfront versehenen, ineinander übergehenden Wohnräume mit einer grandiosen Aussicht bis zum Horizont und den dort erkennbaren Gipfeln der Insel Euböa.
Fotos: Filippo Poli
Aber Vorsicht vor Attributen:
- Auch große Dinge können "kleingeistig" sein.
- "Innovativ" und "eklektisch" gemeinsam bedeutet: überraschende Zusammenstellung bekannter Themen. Ist es das?
- Was genau ist an dem Haus mutig? Was ist gewagt?
Müsste man dem Haus nicht etwas Vulgäres unterstellen?
Nicolas Gomez Davilas: Das Vulgäre entsteht, wenn den Dingen ihr ursprünglicher Eigenwert entzogen wird, wenn sie nicht bleiben dürfen, was sie sind.
Ich finde das Gebäude innovativ/gewagt/mutig/exzentrisch/lang/eklektisch/repräsentativ/rau/widerspenstig/karg (noch)/substanziell schön!
Vielleicht gibt es nochmal einen Fototermin wenn Menschen eingezogen sind und darin vorkommen, wenn sie Spuren hinterlassen haben und Atmosphäre eintritt; denn das ist zwar vorstellbar, aber nur mit einer gewissen Stetigkeit - bis das Gegenteil dargestellt und belegt ist.