Getrennte Doppelhälften
Einfamilienhäuser in der Schweiz
Denkt man an das Wort Doppelhaushälften, kommen einem sofort spießige Vorstadtsiedlungen in den Sinn. Das dieser Bautyp auch anders realisiert werden kann, zeigt das jüngste Projekt des Büros L3P Architekten (Regensberg) in Oberweningen im Kanton Zürich.
Auf einem schmalem Grundstück sind dort zwei freistehende Einfamilienhäuser entstanden, die den Grundtyp Doppelhaus neu interpretieren. Die Architekten vergleichen den Entwurfsprozess mit der Arbeit eines Bildhauers: Die beiden Haushälften wurden voneinander getrennt und dann als einzelne Kuben weiter bearbeitet. Entstanden sind zwei polygonale Körper, die leicht versetzt zueinander stehen und versuchen, ihre gegenseitige Nähe zu einer Qualität zu machen.
Die sich gegenüber liegenden Fassaden knicken leicht voneinander ab und erlauben keine direkten gegenseitigen Einblicke. In dem schmalen Raum zwischen den beiden Häusern wurde ein Wasserbecken und ein Kiesfeld realisiert, zu denen sich jeweils großformatige Fensterflächen öffnen.
Die Hanglage des Grundstücks prägt auch den Splittlevel-Grundriss der Häuser. Während die Innenwände gemauert und fein verputzt sind, tragen der Sichtbeton der Außenwände, die geschliffenen und schwarzen, fugenlosen Böden sowie die großen Fensterflächen zu der kühlen Anmutung der Häuser bei. Zusammen mit dem Künstler Thomas Sonderegger gingen die Architekten bei der Gestaltung der Fassade und des Daches neue Wege: Verzinkte Stahlplatten, die mit einem speziellen Verfahren eine lebendige Struktur und Oberfläche erhielten, wurden als Fassaden- und Dachverkleidung eingesetzt und unterstützen die monolithische Gesamterscheinung der beiden Wohnhäuser.
Alle Fotos: Vito Stallone
Wie ist es möglich das eine Verzinkung so aussehen kann?
Ein grosses Lob an die Architekten und den Künstler!!!
Erfrischend neue Interpretation eines EFH; stimmiges und harmonisches Gesamtkonzept; Formgebung, Verwendung roher, ungewöhnlicher Materialien - insbesondere die Metallfassade - bis hin zum Lichtkonzept ergänzen einander...
So schön kann Wohnen sein!
Kubus von cubus, cubi (m.) lateinisch: Würfel.
Ein Würfel ist einer der fünf platonischen Körper, dass sich durch sechs gleiche Quadrate als Begrenzungsflächen, zwölf gleiche Kanten und acht Ecken auszeichnen.
Diese Häuser haben keine kubische Form.
Man verzeihe diese beckmesserische Belehrung, aber bei einem Beitrag von drei Wörtern juckt es einem bisweilen schon in den Fingern.
Die Innenräumliche Qualität schreit ja förmlich aus dem Grundriss heraus!
Wirklich ein sehr beeindruckendes Projekt.
Bauleitung muss ja mehr als genug zu tun gehabt haben hier. Die Handwerkliche Ausführung (Fassade, Dach, Einbaumöbel, Estrich auf Sicht?)
sieht auch mehr als gelungen aus. Respekt.
Ein toller Entwurf - eine tolle Ausführung!!!!
Glückwunsch.