Hört auf zu bauen!
Diskussion in Karlsruhe
Schon 1967 wirkte dieser Titel provokant, als er in West-Berlin für den tumultreichen Abbruch einer Architekturdiskussion sorgte. Heute soll er immer noch provozieren: „Hört auf zu bauen! Wie nachhaltig kann Architektur sein?“ heißt die Diskussionsveranstaltung am Donnerstagabend in Karlsruhe.
Ist Nachhaltigkeit denn nicht längst eine Selbstverständlichkeit in Architektur, Städtebau und Regionalplanung? Ist nicht längst das Null-Energie-Haus technisch machbar, und wird es nicht zusehends gefördert und gebaut? Aber handelt es sich um technische Machbarkeit allein? Bedarf Nachhaltigkeit nicht auch infrastrukturell, verkehrstechnisch und stadtplanerisch einer neuen Perspektive? Die kompakte Stadt, die Stadt der kurzen Wege, der Funktionsmischung, also die alte Europäische Stadt: Ist sie die ökologische Zukunft?
Angesichts einer gewissen Müdigkeit in Sachen Nachhaltigkeit nach dem Debakel von Kopenhagen sollen Statements von Architekten, Planern und Theoretikern aus Frankreich, der Schweiz und Deutschland zum Nachdenken anregen. Gäste der Diskussion sind:
- Hannes Mayer
- Ingrid Pohl
- Hinrich Reyelts
- Matthias Sauerbruch
- Jean-Philippe Vassal
Termin: 14. Oktober 2010, 18 Uhr
Ort: KIT - Karlsruher Institut für Technologie, Fakultät Architektur, Englerstr. 7, 76131 Karlsruhe
mir haben die referenten leid getan: erst die schier (akustisch ) unverständliche einführung,
der arme franzose konnte es auch nicht verstehen,
dann die gefürchtete einführung von herrn reyelts (was hat der nochmal gebaut?) ,
dann wurde es inhaltlich immerhin interessanter....
PEINLICH ist einfach das man es am "kallsruh institut für technologie" noch nicht einmal schafft paar taugliche boxen aufzustellen.........
schade
schönes thema,
traurige veranstaltung
Derart unfundierte Kommentare lassen sich sicherlich treffsicherer als 'Geschwätz' bezeichnen.
Wir erachten das zu Besprechende als relevant und freuen uns auf die Veranstaltung. Auch ohne hohen Besuch aus der Landeshauptstadt.
ein interessantes thema, natürlich unter architekten logischerweise unpopulär. dennoch muss ich oft den kopf schütteln, was in der welt da draußen so alles als nachhaltig bezeichnet wird. meines erachtens ist es eine sünde, massenhaft alte bausubstanz abzubrechen und durch "nachhaltigere" neubauten zu ersetzen, die man in 30 jahren wieder abreißt. oft ist es so, dass die energieersparnis der nutzungsdauer eines neubaus nicht die energievernichtung aufwiegt, die beim bau desselben hingenommen werden muss.
in anderen worten: ich denke, wir machen uns etwas vor, wenn wir glauben, unsere bauten ständen länger als 30-40 jahre. wir bauen heute (gezwungenermaßen) billig und wenig dauerhaft (fassaden, haustechnik, details). unseren bauten wird es in einer generation nicht anders gehen als heute denen der 50er bis 70er jahre.
von daher ist es völlig legitim und angebracht, über den sinn des bauens (und den der massenhaften architektenausbildung mit studienziel "neubau") nachzudenken.
außerdem: wenn wir es nicht schaffen, den dritten weltkrieg auszulösen, ein rasantes bevölkerungswachstum einzuleiten oder die bauherren dieses landes zur deutlich verstärkten investition in architektur anzuregen, wird das bauvolumen hierzulande nie wieder das volumen der nachkriegszeit erreichen! das ist besonders für architekten eine bittere pille, aber gerade deshalb ist die auseinandersetzung sinnvoll und dringend notwendig.
klar, herr reyelts hat nach einem eigenen wohnhausprojekt und 20 jahren uni-geschwätz ausgesorgt...
aber das die anderen sich für sowas hergeben ?
erstaunlich und schade
das wird polemisch und provinziell......
holt solche leute lieber für werkvorträge, nicht für leberrunden bitte !
dann kommen wir sogar aus stuttgart angereist