Was der rote Backstein lehrt
Diskussion in Berlin um Schinkels Bauakademie
Das Vorhaben, Schinkels Bauakademie in Berlin-Mitte wieder aufzubauen, kommt seit Jahren nicht voran. Gleich zwei Vereine konkurrieren darum: der Förderverein Bauakademie e. V. (Vorsitzender: Wolfgang Schoele; Slogan: „Mythos Bauakademie“) und die Internationale Bauakademie Berlin e. V. (Präsident: Hans Kollhoff, Slogan: „Eine Frage der Architektur“). Hinter beiden Initiativen stecken die Interessen privater Fortbildungsakademien und die Erwartung, das Grundstück von der öffentlichen Hand kostenfrei zu bekommen.
Anfang dieses Jahres kam noch ein Angebot einer Investorengemeinschaft „Wohnen am Schinkelplatz“ über ein Kopplungsgeschäft für den Aufbau der Bauakademie zusammen mit dem Bau von luxuriösen Wohnblocks auf dem angrenzenden Grundstück hinzu, auf das der Berliner Senat jedoch reserviert reagiert hat.
Wenig öffentliches Gehör finden derweil die zahlreiche Stimmen, die einen Wiederaufbau des zerstörten Schinkelbaus gänzlich ablehnen und für einen zeitgenössisch geprägten Neubau plädieren.
Stoff genug also für eine kontroverse Debatte. Der Verein Architekturpreis Berlin e. V. lädt für den 12. April in sein „Kutscherhaus“ am Kurfürstendamm zu einem „Gespräch am Langen Tisch“ mit dem Titel „Schinkels Bauakademie – Was der rote Backstein lehrt“, nachdem eine schon für Februar geplante ähnliche Veranstaltung abgesagt werden musste. Die Diskussion wird moderiert vom ehemaligen Präsidenten des Bundesamtes für Bauwesen, Florian Mausbach, der seiner Hoffnung Ausdruck verlieh, „vielleicht einen neuen Anstoß für die Wiederbelebung von Idee und Gestalt der Bauakademie zu geben“.
Zu Beginn der Veranstaltung wird Harald Bodenschatz in wenigen Worten und Bildern zu Geschichte und Bedeutung der Bauakademie in den Abend einführen. Klaus Theo Brenner wird kurz die Gestaltungssatzung für die Schinkelplatz-Randbebauung vorstellen. Dann werden Vertreter der Wiederaufbau-Initiativen von ihren Vorstellungen und Aktivitäten berichten.
Es folgt der „Lange Tisch“ mit Vertretern aller Beteiligten, darunter Michael Braum, Bundesstiftung Baukultur, Hans Kollhoff, Internationale Bauakademie, Wolfgang Schoele, Förderverein Bauakademie und Christine Edmaier, Architektenkammer Berlin.
Termin: 12. April 2011, 18 Uhr
Ort: Kutscherhaus des Architekturpreis Berlin e. V., Kurfürstendamm 50a, II. Gartenhof, 10717 Berlin
Eine Anmeldung ist erforderlich unter info@architekturpreis-berlin.de .
heisst das "in berlin lebender grossstadt-ex-pforzheimer" ?
könnte sein...
und an meiner provinz uni gabs baugeschichte.
aber es heisst ja bauGESCHICHTE
nicht WIEDERAUFBAUgeschichte...
da haben die studenten recht: vielleicht neue inhalte in neuen "kisten" ?
es reicht ja wenn gegenüber der große kaiser-kasten wieder frisch collagiert kommt
Geht´s noch? Werter "Auch ein Architekt", offensichtlich hattest du an deiner Provinz-Fachhochschule nie Kunstgeschichte.
Du musst ja nicht die Rekonstruktion der Bauakademie befürworten, aber wenn du nicht mal die Bedeutung dieses bahnbrechenden Bauwerks respektieren kannst, solltest du bitte ganz schnell die Architekterei sein lassen und zurück in die Provinz.
Auf nimmer wiedersehen!
Ich habe das Gefühl, manchmal wollt ihr einfach Hans Kollhoff in´s Lächerliche treiben.
Ihr müsst ja nicht mit seiner architektonischen Überzeugung mithalten, aber dass DIESER Mann einer DER größten Architekten der letzten Jahrzehnte ist, das juckt euch irgendwie ganz schön, oder?
und ganz nebenbei: wenn schon Reko, dann doch lieber das erste und wichtigste protomoderne Haus Schinkels als ein beliebiges Fachwerkhaus.
Dazu passt Schinkels Motto: "Überall ist man da nur wahrhaft lebendig, wo man Neues schafft."