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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Designzentrum_von_V_und_Rotor_in_Bruessel_5161992.html

15.09.2017

Variationen des White Cube

Designzentrum von V+ und Rotor in Brüssel


Ein Haus für Mode und Design wolle die Stadt Brüssel bauen, so beschloss man 2010 – nun ist es fertig. Nachdem die Finanzierung gesichert war – mit 3,5 Millionen Euro stammt die Hälfte der Gelder aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung – wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, den die ortsansässigen Architekturbüros Vers plus de bien être V+ und Rotor 2012 für sich entscheiden konnten. Die beiden Büros überzeugten die Jury mit ihrem Konzept, die Qualitäten der Bestandsbauten auf dem langgestreckten, 3.000 Quadratmeter großen Grundstück herauszuarbeiten und so wenig Bausubstanz wie möglich zu entfernen. Die Aneinanderreihung ganz unterschiedlicher industrieller Bauten auf dem Grundstück am Nieuwe Graanmarkt wurde saniert und in ein weißes Ganzes verwandelt.

Nicht weniger als ein „Kultur-Mekka“ soll das MAD (Mode & Design Brussels) werden. Diesem ambitionierten Ziel der Auslober begegneten die Architekten mit einem so einfachen wie pragmatischen Konzept. Mit Referenz auf den White Cube wurden die unterschiedlichen Oberflächen – Mauerwerk, Beton, Putz und gußeiserne Stützen – komplett weiß gestrichen. Unter den drei Abschnitten des Komplexes, der Unterkünfte, Ateliers und Büros beherbergt, richteten die Architekten einen zusammenhängenden Ausstellungsbereich ein. So wird der gesamte Querschnitt des Plots in seinen unterschiedlichen Raumsituationen und Texturen für die Besucher erfahrbar.

Indem möglichst viel historische Bausubstanz erhalten wurde, entstand ein Gebäude, das vielfältigere Typologien aufweist, als es ein Neubau je könnte, so die Architekten von Rotor. Für ihre Teamkollegen von V+ ist Architektur „ein politischer Standpunkt, ein kultureller Akt, eine Poesie der Zentimeter“, aber auch „eine ökologische Forderung, eine philosophische Frage und ein Ursprung der Träume“. Etwas von diesem Architekturverständnis scheint man im neuen „Kultur-Mekka“ Brüssels jedenfalls zu entdecken, auch wenn man sich die Atmosphäre der Architektur im Gebrauch anhand der Bilder nur schwer vorstellen kann. Vielleicht ein Anlass für die nächste Brüssel-Reise? (dd)


Foto: Maxime Delvaux


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