Bogenhausener Villa
David Chipperfield Architects in München
Das Villenviertel Bogenhausen zählt zu den prominenten Wohnlagen in München – mit entsprechenden Immobilienpreisen. Dabei spielt nicht nur die direkte Nachbarschaft zum Englischen Garten und der Isar eine Rolle, sondern auch die historische Bausubstanz der Gegend, die im Zweiten Weltkrieg kaum beschädigt wurde. Seit einiger Zeit befindet sich hier ein Neubau von David Chipperfield Architects Berlin, der in Zusammenarbeit mit dem Berliner Büro Mark Randel Architekten entstand. Für die Leistungsphasen 4 bis 8 war außerdem Michael Onischke vom Münchner Büro DOMO Architektur verantwortlich. Das Privathaus mit sage und schreibe 775 Quadratmetern Bruttogrundfläche liegt auf einem Eckgrundstück. Der Neubau ist auf beiden Seiten von neoklassizistischen Villen umgeben, auf der gegenüberliegenden Seite steht eine Kirche.
Das sandfarben verputzte Volumen ist in drei unterschiedlich große Körper gegliedert, die gegeneinander gestaffelt liegen und einen kleinen Vorgarten ausbilden. Die beiden äußeren Quader gehen aus den Traufkanten der angrenzenden Villen hervor, während sich der mittlere am gegenüberliegenden Kirchturm orientiert. Zu beiden Straßenseiten des Eckgrundstücks präsentiert sich der Neubau nahezu ohne Fenster mit drei Eingangsöffnungen aus massivem Holz. Entlang des Grundstücks verläuft eine ebenfalls sandfarbene Mauer, die nahtlos mit dem Haus verbunden ist und jegliche Blicke abschottet.
Zum Garten hin, besonders im Erdgeschoss, öffnen sich die Fassaden. Hier sind die repräsentativen Räume untergebracht, im ersten Obergeschoss die privaten Zimmer. Eine ovale Treppe verbindet beide Ebenen auch mit dem Dach- und Untergeschoss. Eine reduzierte Materialauswahl – Eiche für die Dielen in den Wohnräumen und Terrazzo für Treppe und übrige Böden – und der Einsatz der warmen Sandfarben sollen dem Haus einen „offenen und großzügigen Charakter“ geben, heißt es von Seiten der Architekten. (mg)
Fotos: Simon Menges
Die sexy Rahmen wirken gar nicht sexy. Wie ein Vorredner erkannt hat sehen diese aus als würde es keine ENEV geben. Von außen erinnert die "Sahelzone-Umbra Farbene" Schachtelburg daher eher wie experimentelles und günstiges Bauen in der dritten Welt.
Sicherlich handelt es sich für die Bewohner um ein tolles Haus, in dem man sehr gerne wohnt - die Fenster sind klasse. Als Münchner Bürger allerdings ist man enttäuscht: Das Gebäude tut nichts für seine Umgebung, schottet sich ab, bringt eine unangenehme Kälte an den kleinen Platz. Von der Erhabenheit der umliegenden Villen ist hier nichts zu spüren. Wieder zeigt sich: Heutzutage wollen Menschen mit Geld zwar in der Stadt wohnen, aber nichts mit der Stadt zu tun haben.
eine sehr charmante kiste ohne protzgetue, wie sonst an dieser stelle oft zu sehen! immer diese schwarzmaler hier...gähn...
Schön wärs. Das Haus weist weder die sorgfältige Ausarbeitung der technischen Details des Wittgensteinhauses auf, noch kommt es annähernd an die räumliche Komplexität auch nur irgendeines Loos-Baus heran, noch hat es die Materialgerchtigkeit eines Mies vorzuweisen und schon gar nicht verkörpert es die soziale Verantwortung der Bauten Lurcats. Banaler Einfachheitskitsch für Reiche.