Lückenfüller
Das schmalste Haus der Welt steht in Warschau
Schmaler geht’s nicht: Der polnische Architekt Jakub Szczęsny von dem Kollektiv Centrala wird mit diesem Werk wohl jeden japanischen Kollegen vor Neid erblassen lassen. Zwischen zwei elfgeschossigen Wohnhäusern aus der Nachkriegszeit hat er in Warschau das wohl schmalste Wohnhaus der Welt geplant und auch gebaut. 122 Zentimeter an der breitesten und 72 Zentimeter an der engsten Stelle auf der Rückseite misst das Keret House – ein Auto würde hier nicht durchpassen. Mitte Oktober hat der israelische Schriftsteller Etgar Keret das Haus bezogen, nun gibt es auch die ersten Fotos.
14,5 Quadratmeter Wohnfläche zwingen zur absoluten Reduktion; die Miniküche bietet auf bescheidenen 90 Zentimeter Platz zum Kochen. Die Konstruktion ist schlicht: Sie besteht aus einem mit Sperrholzplatten verkleideten Stahlrahmen, ummantelt von Verbundplatten und Styropor. Die äußere Betonhülle und das Gebäudeinnere sind weiß gestrichen. Besonders trickreich hingegen ist die Erschließung mit der herunterklappbaren Treppe gelöst. Die Stufen zum Eingang sind per Fernbedienung ein- und ausfahrbar.
Vor drei Jahren hatte Szczęsny die Idee und hat gleich mit der Planung begonnen. Das Haus steht im Stadtteil Wola, wo sich einst das Warschauer Ghetto befand. Kerets Mutter wurde hier als Kind herausgeschmuggelt und entkam dem Tod. Neben dem Schriftsteller, der dem Lückenfüller auch den Namen gab, sollen Kunstschaffende und Intellektuelle aus aller Welt das Keret-Haus ebenfalls als Studio nutzen können.
Nach polnischem Standard ist das Gebäude zu klein für ein Wohnhaus, es gilt als Kunstinstallation. Jakub Szczęsny zieht damit gerade international Aufmerksamkeit auf sich, sogar die New York Times berichtet heute über sein Projekt. Der Architekt gibt sich bescheiden und ist längst auf der Suche nach den nächsten Lücken, die er füllen kann.
Fotos und Bilder: Bartek Warzecha/ Centrala
weil man objektivität gerne verteidigt hier von mir noch ein kommentar zum letzten ihrer punkte der nicht zerrissen wurde: das A/V verhältniss wird, betrachtet man nicht nur engstirnig das eigene "haus", deutlich besser, weil an oberfläche weniger dazukommt als durch die berührung links und rechts den bestehenden gebäude genommen wird.
Ach ja! Richtig, "Um den Menschen/Nutzer geht es!" Warum überlassen Sie es also nicht einfach Etgar Keret zu entscheiden, wie er leben möchte? Er ist mit dem Studio nach eigenem Bekunden doch hochzufrieden...Etwas Besseres als ein begeisterter Nutzer kann einem Architekten doch garnicht passieren...(Mal abgesehen davon, dass er diese temporäre Wohnstatt ja von dem Architekten quasi geschenkt bekommt.) Nur weil das nicht Ihrem privaten Geschmack oder Ihren vermeintlichen Konventionen entspricht, muss es doch nicht gleich lächerlich, prinzipiell fragwürdig oder gar falsch sein. Diese Neigung mancher Leute, von sich auf alle Menschen zu schließen, ist nicht nur in diesem konkreten Fall ausgesprochen...naja.....ich sag´s mal nicht... P.S. Der Architekt selbst bezeichnet das Objekt/die Installation übrigens als "space" oder "home"...Wenn Sie sich also formalistisch an dem deutschen Wort "Haus" aufreiben wollen, dann bitteschön....Ihre wiederholt vordergründige Polemik ("Kletterbaum mit Bett", "dunkle Treppe") geht allerdings - mit Verlaub - absichtlich oder aus Unverstand schlicht am Thema und der Intention des Künstlers vorbei...
"It all started one afternoon on my way to a nearby-club: I stumbled upon this strange gap between a post-war coop prefab building (kommunaler Plattenbau) and a pre-war, ex-jewish tenement block. This lack of communication seemed quite representative for Warsaw, a city-Frankenstein. I thought: How can one make these two buildings communciate? By putting life in-between! a voice said. Sure, but how? It should be a place for one person, a loner,. a hermit, a writer. Someone to be close to reality, but distant at the same time. What kind of writer would like to stay in something as narrow as this? Someone with a pretty good sense of humour, for sure.... Then I thought about the context: The place is where the small and the big ghetto were divided by a street! A jewish writer with a sense of humour writing short stories. This is when I called Etgar." Das es hier also auch nicht um "sozialen Wohnungsbau" geht, versteht sich wohl hoffentlich von selbst.
ja und genau so wollte der Menscher/Nutzer dieses Gebäude haben es ist halt nicht nur eine schnöde unterkunft sondern ort der inspiration bitte nicht nur die bilder anschauen sondern auch mal den beschreibenden text lesen dann wird einem klar das es hier um mehr geht...