Der Kultur eine Bühne
Coop Himmelb(l)au planen Museum und Theaterkomplex in Sibirien
Der Vergleich mutet poetisch an: Mit einer „anmutigen, fliegenden Theaterwolke“ setzen die Architekt*innen ihren Entwurf gleich. Daran angegliedert sind zwei „Kristalle“ für Museum und Kunstzentrum. Landen soll die architektonische Wolke im russischen Kemerowo im Westen Sibiriens, in einer Region, die durch den Kohleabbau Wohlstand erlangt hat. Bis heute sind Bergbau- und Energiekonzerne die größten Arbeitgeber.
Genau hier, gut 250 Kilometer östlich von Nowosibirsk, plant das Wiener Büro Coop Himmelb(l)au einen Museums- und Theaterkomplex für die 500.000 Bewohner*innen Kemerows. Östlich des Stadtzentrums zwischen Sovetskij Prospekt und Pritomskij Prospekt, in der Flusslandschaft des Iskitimka, soll der Neubau auf einem rund 4,4 Hektar großen Grundstück entstehen. Zusammen mit der künftigen Uferbebauung wird das Gebäude mit einem weitläufigen Netz öffentlicher Promenaden und Plätze verbunden.
Das Herzstück des imposanten, 64 Meter hohen und 267 Meter langen Bauwerks wird der Theatersaal mit seinen 950 Sitzplätzen sein. Auf 90.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche gibt es vier Bereiche: Sockel, Foyer, Theater und ein Museum mit Kunstzentrum. Vom erhöht liegenden Haupteingang im Südwesten des Gebäudes gelangt man in eine Halle mit umlaufender Glasfassade, wo Ticketschalter, Garderoben und Servicebereiche untergebracht sind. Gleichzeitig soll dieser als öffentlich deklarierte Raum auch zum kommunalen Treffpunkt werden. Ausstellungen, Veranstaltungen und ein Restaurant sollen das Leben Kemerows bereichern, so die Architekt*innen.
Ebenfalls bereichernd sollen die Terrassen sein. Sie gehen in den Sockel über, der den VIP-Eingang im Nordwesten, den Personaleingang und die Laderampe inklusive der Lager- und Technikräume birgt. Der öffentliche Bereich des Sockels beherbergt den Kammermusiksaal für 300 Besucher*innen. Er befindet sich unterhalb des Hauptfoyers.
Das Museum und das Kunstzentrum liegen in den vertikal angeordneten Gebäudeteilen, sie teilen sich Räume, arbeiten aber auch völlig individuell. In der Mitte des zehngeschossigen Gebäudes liegt das Theater – Bühnenmaße 16 mal 16 Meter –, das neben dem Foyer auch über zwei Balkone zugänglich ist. Um die Bühne herum sind im vierten und fünften Stockwerk Garderoben, Proberäume und Serviceräume der Künstler*innen angeordnet. Die separate VIP-Loge in der Mitte der ersten Theaterebene hat, einen eigenen Zugang über die VIP-Lounge im fünften Stockwerk – falls zum Beispiel mal der russische Präsident zu Besuch kommt. (kat)
treu? prix morpht sich hier doch schleichend an gehrys guggenheim an. aus konservendosen und blechwolken wächst der anschein bedachter komposition...für mich immer mit etwas eckel behaftet, wenn coop sich in weichheit und vollkommenheit zu begeben versucht...was hier noch helfen könnte: der sibirische permafrost wird bald ähnlich weich wie prix - in ein paar jahren sieht das teil vielleicht durch die menschliche wärme ja dann wirklich ganz schön aus...
Das abgestrebte der verglasungen als hauptausdruck des himmelbaus am besten auch ganz ohne Aluwolke als dramatische Himmelstrebe zum Himmelbau wie Tatlinturm
Diese Strebgerüste, Sprießensäulen in ganz neuer expressivität. den Leeren Himmel von Nietzsche stützend.
Was für eine COOP Performance
Coop bleibt sich treu
Eine Himmelbaustelle über den Gerüststützen der Verglasung. Vergebliches in den Himmel stemmen zwischen Sisyphus und Bildern von Bosch. Insofern eine gewaltige Performance als Karikatur unserer Zivilisation.