Im Zeichen der Demokratie
Coop Himmelb(l)au bauen in Tirana
Den Zuschlag für den Bau des neuen albanischen Parlaments in der Hauptstadt Tirana hat das Wiener Architekturbüro Coop Himmelb(l)au erhalten. Als „Open Parliament“ steht das Gebäude mit etwa 28.000 Quadratmetern Grundstücksfläche „für das Sichtbarwerden von Demokratie“, erläuterte Wolf D. Prix am Freitag bei der Bekanntgabe. Für die Österreicher ist dies das erste Projekt in Albanien.
Drei wesentliche Ideen stehen hinter dem Entwurf von Coop Himmelb(l)au. So soll der Neubau als städtebauliche Landmarke an der Hauptachse der Stadt entstehen, eine optimierte Energienutzung beinhalten und als Bauensemble verschiedene Funktionen miteinander vereinen. Die einzelnen Elemente – darunter der Plenarsaal, ein Büroblock und der Eingangsbereich - sind bewusst nicht gegeneinander, sondern nebeneinander positioniert.
Der Plenarsaal selbst bildet „das Herzstück des Gebäudekomplexes“, erklären die Architekten in der Projektbeschreibung. In Form eines gläsernen Kegels stehe dieser für „die Transparenz der Gesetzgebung“. Auch Passanten können einen Blick in den Saal werfen: Eine Treppe soll auf das begrünte Dach des Sockelgebäudes führen, auf dem der angehobene Büroblock, der durch einen geschlossenen Kegel markierte Eingangsbereich und der Plenarsaal vereinigt sind.
Das neue Parlamentsgebäude soll sich nicht nur gut in sein Umfeld einfügen, sondern dieses auch zur Energieaufnahme nutzen. Daher ist es so gestaltet, „dass natürliche Ressourcen und Energien aus der Umgebung aufgenommen werden“. Die Bauform ist dementsprechend angeordnet, dass sie ebenso wie die optimierte Gebäudehülle Energieeffizienz ermöglicht. Statt sich ausschließlich auf fossile Energiequellen zu stützen, werden zunehmend erneuerbare Energiequellen eingesetzt. Die aus Lochblech bestehende Fassade des Büroblocks ist zudem als „zweite Haut“ vorgesehen, die Tageslicht, Wärmedämmung, natürliche Belüftung, Lärmschutz und andere Funktionen zulässt.
Ein Interview mit Wolf D. Prix lesen Sie bei Designlines.
Demokratie kann man sich nicht bei Coop in Wien einkaufen gehen. Im übrigen verstehe ich diese weltweite Cooperitis nicht...
Hüllflächenminimierung und hochgedämmte Bauteile sind immer die Basis für niedrigen Energiebdarf, der dann möglichst mit regenerativen Energieformen gedeckt wird. Blöde Kisten müssen das deshalb nicht zwangsläufig sein - hier ist Kretivität mit Detailwissen gefragt. Basics der Bauphysik sind nun mal so unumstösslich wie die Gravitation. Mich nervt es total wenn heutzutage jeder Mist als energieffizient herausgestellt wird - anders lässt sich wohl nicht mehr verkaufen. Schon mal ein Teilerfolg ;O) Es kann gute Gründe geben tlw. nicht ausschließlich energieeffizient zu planen, gute Architektur hat auch viele andere Ebenen. Aber dann soll man es auch ehrlich sagen und die Entscheidungsträger sollten nicht blind den "heren Worten" in Erläuterungsberichten trauen. Selber denken wäre da ´ne gute Option! Wenn Herstellungskosten schon keine Rolle spielen, was kümmern dann schon die Betriebskosten. Albanien hat´s ja, und wenn´s nicht mehr reicht findet sich stimmt ein Rettunsschirm :O(
das einzig gelungene ist die treppe - dass das volk dem staat auf's dach steigen kann, wenn es ihm nicht mehr passt. ps.: warum bin ich da nicht schon früher drauf gekommen. einfach mit incredible lochblech bauen, das kann alles ... und noch viel mehr