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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Christoph_Langhof_visioniert_4733668.html

20.04.2016

Hochhaus 2.0

Christoph Langhof visioniert


Effizient, energetisch, essentiell – mit dieser E-Alliteration charakterisiert der Berliner Architekt Christoph Langhof seinen prototypischen Vorschlag für ein Wohn- und Geschäftshochhaus. E wie Epsilon: Der griechische Buchstabe wird zum Namensgeber seines pyramidenförmigen Typenbaus, den er sich ganz gut auf der Lohmühleninsel in Berlin-Kreuzberg vorstellen kann.

Der Architekt ist unermüdlich. Mit dem Vorschlag für das höchste Gebäude Berlins – einem 209 Meter hohen Turm am Charlottenburger Hardenbergplatz – gescheitert, legt der Hochhaus-Freund nun mit einem merklich niedrigeren, 65 Meter hohen Vorschlag nach. Doch Selbstbewusstsein misst sich nicht nur an der Gebäudehöhe. Langhofs Hochhaus 2.0 wird trotzdem ein Gebäude der Superlative, suggeriert es doch schon im Namen die Einführung einer neuen Generation von Hochhaus.

Die Vorteile des Epsilon finden sich in den E’s: Kosteneffizienz sieht Langhof in der Verlagerung der Gebäudetechnik und der Parkplätze aus dem Keller in den Kern des Gebäudes verwirklicht. Eine kostspielige, tiefe Baugrube wird so vermieden. Energetische Vorteile bieten sich durch die Eigenversorgung des Gebäudes, welches Strom und Heizungswärme durch grüne Technologien selbst erzeugen soll.

Begrünte Fassade und vertikale Gärten, die sich in der Visualisierung aus der Ferne wild über die vollständig verglaste Fassade legen, und sich aus der Nähe als ein paar brav zwischen Glasbalustrade und Panoramafenster eingebettete Balkonpflanzen entpuppen, sollen für ökologische Nachhaltigkeit des Gebäudes stehen.

Typologische Innovation betreibt Christoph Langhof durch eine Verschränkung von Programmen. Im Epsilon wird gewohnt und gearbeitet: Bibliothek, Büros, Hotel und Werkstätten stellt sich der Architekt im unteren Teil des Gebäudes, Wohnen im oberen vor. Denkt man an BIG, die gerade ihre gefühlt 126. Pyramidenvariation verwirklichen, oft versehen mit unkonventionellen Programmsynergien, wirkt Langhofs Einschätzung seines Vorschlags als „völlig neuen Hochhaustyp“, der „das Stadtbild moderner Großstädte nachhaltig prägen wird“ etwas vermessen. Fehlt das letzte E. Was macht das Hochhaus 2.0 „essentiell“? (df)


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