Die neue Kathedrale von Metz
Centre Pompidou von Shigeru Ban eröffnet
Matisse, Picasso, Miró, Pollock und Brancusi sind schon eingezogen und können in ihren neuen vier Wänden bewundert werden. Denn von heute bis Sonntag feiert das neue Centre Pompidou in Metz mit einem ausgedehnten Fest seine Eröffnung. Stolz ist man auf diesen Museumsneubau, da darf bei der heutigen Einweihungszeremonie auch Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy nicht fehlen. Ab morgen ist das Gebäude dann auch für alle anderen geöffnet.
Geplant wurde das rund 69 Millionen Euro teure Museum von dem japanischen Architekten Shigeru Ban in Zusammenarbeit mit Jean de Gastignes (Paris) und Philip Gumuchdjian (London). Die Kunsthalle mit ihrem wellenförmigen Dach hat auch schon eine Reihe von Spitznamen: als Rochen, Auster, Muschel oder umgestülptes Vogelnest wurde die „kleine Schwester“ des Centre Pompidou in Paris bereits bezeichnet (siehe BauNetz-Meldung vom 26. Mai 2009).
Shigeru Ban hat sich, sagt er, beim Entwurf des eigenwilligen Neubaus von der „Architektur“ traditioneller chinesischer, aus Reisstroh geflochtener Hüte inspirieren lassen – allerdings auf einem großzügig deformierten Grundriss. In den kantigen Riegeln, die mit ihren großen, glatten Bürofenstern wie in den Hut hinein geschoben wirken, wurden die Büroräume untergebracht.
Das neue Kunstzentrum im Nordosten Frankreichs ist die erste im Rahmen der Dezentralisierungspolitik Frankreichs ausgelagerte Kultureinrichtung. Auf 10.000 Quadratmetern zeigt die Dependance keine eigene Sammlung, sondern greift auf die Bestände des Pariser Hauses zurück, das mit mehr als 65.000 Werken die größte Sammlung zeitgenössischer und moderner Kunst Europas besitzt. Für die Stadt Metz bedeutet das neue Kunstzentrum viel – so viel, dass man es auch als „die neue Kathedrale von Metz“ bezeichnen könnte. (jk)
www.centrepompidou-metz.fr
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ich bin regelmässig erschüttert, wie unqualifiziert hier manche kommentare sind. wohl zu recht sind einige hier im newsletter gezeigten projekte formal oder inhaltlich zu kritisieren. aber dann doch bitte auf einem niveau, welches gegenüber kollegen den nötigen respekt bewahrt. alles andere ist dummes geschwätz und hat im baunetz nichts zu suchen!
falls Ban tatsächlich mal im ersten Semester auftauchen sollte, dann bestenfalls als Dozent. Dir würde ich dann empfehlen, ihm gut zuzuhören. Vielleicht bist Du danach eher in die Lage versetzt Architektur kritisieren zu können. Gute Genesung!