Konkav in Holz
COBE planen CO2-neutrales Museum in Lund
Auf einem rechteckigen Glassockel sitzt eine vollständig geschlossene Holzbox mit konkavem, teilweise begehbarem Dach, in dessen Mitte sich ein kreisrunder, dicht bewachsener Innenhof öffnet – so soll es aussehen, das neue, CO2-neutrale Science Center für die südschwedische Stadt Lund. Vor wenigen Tagen veröffentlichten COBE (Kopenhagen) die ersten Renderings des Entwurfs, mit dem sie den internationalen Wettbewerb für das Wissenschaftsmuseum für sich entscheiden konnten. Bis 2024 soll das Projekt fertiggestellt werden.
Das künftige Museum soll auf einer Bruttogrundfläche von 3.500 Quadratmetern Erwachsenen und Kindern naturwissenschaftliche Phänomene und Forschungsergebnisse über Ausstellungen, Vorträge und andere Events auf spielerische Weise nahebringen. Der Zweigeschosser wird eine Ausstellungshalle, eine Galerie, Büros und Projekträume, ein Auditorium, einen Museumsshop und ein Restaurant aufnehmen. Er entsteht inmitten des neuen Universitätsviertels Science Villa Scandinavia, dessen Masterplan ebenfalls von COBE stammt. Das 18 Hektar große Areal ist ganz der Wissenschaft gewidmet und umfasst unter anderem zwei High-Tech-Einrichtungen für die Kerntechnik- und Neutronenforschung: das schon in Betrieb genommene MAX IV Labor und die kurz vor der Fertigstellung stehende Europäische Spallationsquelle (ESS). Auch für deren Planung zeichnen COBE in Zusammenarbeit mit Henning Larsen Architects verantwortlich.
Was das Thema Nachhaltigkeit betrifft, so soll das Gebäude Vorbildcharakter haben: Als Baumaterial sind vorfabrizierte Elemente aus Brettsperrholz geplant. Das nach innen gewölbte, 1.600 Quadratmeter fassende Dach soll bis auf die runde Besucherplattform mit Solarzellen bedeckt werden, sodass das Museum die von ihm benötigte Energie selbst produzieren kann. Das runde, nach oben offene Atrium fasst einen üppigen Garten, der helfen soll, CO2 zu absorbieren. Beheizt wird das Science Center mithilfe eines sogenannten Ectogrid-Energiesystems, das die Überschusswärme des benachbarten ESS nutzt. (da)
Die Renderings sind sicher etwas idealisiert - Bepflanzung wird dort funktionieren, Englischer Rasen natürlich nicht.
Traurig aber, wie hier über "Nachhaltigkeit und CO2" hergefallen wird.
Warum bitte sollte ein Gebäude mit Glas nicht nachhaltig sein???? Hier fehlt offenkundig die ernsthafte Auseinandersetzung mit Nachhaltigkeitskriterien.
Und Holz selbst: Ja, es ist der EINZIGE Baustoff mit positiver Ökobilanz - auch hier sollte vor der Kommentierung einfach mal die Faktenlage angeschaut werden. Kurze Nachhilfe: 1 m³ Holz speichert im Mittel 1 to CO2 und das Holz kommt in D aus nachhaltiger Forstwirtschaft. 1m³ Holz braucht ca. 30 Jahre um im Wald heranzuwachsen. Wird der zuvor geschlagene Kubikmeter im Bauwerk 30 Jahre genutzt, so ist die Ökobilanz ausgeglichen. Wir das Holz mehr als 30 Jahre genutzt, ist die Bilanz positiv. Bauen mit Holz (aus nachhaltiger Forstwirtschaft - hier bitte selbst schlau machen) ist echt klasse!
Und nein, Bretterbuden sind nicht nachhaltig für die allermeisten Zwecke (Wohnen, Büro etc.) Vielleicht bedingt ökologisch, aber nicht ökonomisch, technisch, soziokulturell oder funktional....
Es ist ein Museum, das CO2-neutral sein soll. Nicht mehr und auch nicht weniger.
das müssen diese Renderblüten sein.
Liebe Architekten, fängt bitte wieder an zu denken. Jede noch so kleine Laube, die aus Resten zusammengezimmert wird ist nachhaltiger als heutige EnEV-Wunderbauten und so genannte CO2-neutrale, medienwirksame Westenreinwascher.