Katalysator Wohnhochhaus
C.F. Møller planen in Stockholm
Keine Frage: Wohnen im Hochhaus liegt im Trend. Obwohl derzeit niemand weiß, inwiefern das gestapelte Wohnen den vielerorts angespannten Wohnungsmarkt entlasten kann, werden überall Wohnhochhäuser gebaut. Unter anderen scheinen C. F. Møller Architects (Aarhus) hierbei gut im Geschäft. Kürzlich haben die Architekten einen innovativen 22-Geschosser für die schwedische Stadt Västerås im weiteren Umkreis von Stockholm vorgestellt, der bis zum 15. Geschoss in Beton und darüber in Holz ausgeführt werden soll.
Nun folgt schon das nächste Projekt, dieses Mal in Kista, einem Vorort Stockholms, der als einer der größten IT-Standorte Europas gilt. Hier planen die beiden Developer Aros Bostad und Vasakronan ein Wohnhochhaus mit 20 Wohngeschossen, für das sie einen Wettbewerb ausgeschrieben hatten, den C. F. Møller für sich entscheiden konnten. 220 Wohnungen mit insgesamt 13.000 Quadratmetern Fläche sollen in dem Projekt mit dem Namen Geysir realisiert werden. Positiv fiel der Jury die Entscheidung der Architekten auf, nur an die wetterabgewandte Südostseite des Hauses Balkone zu setzen.
Interessant – nicht zuletzt in städtebaulicher Hinsicht – ist die Erdgeschosszone mit 2.000 Quadratmetern Verkaufsfläche, die als Food Court genutzt werden soll. Das Haus liegt an einer Geländestufe, die in Form einer Brücke direkt an das Haus anschließt, was die Architekten nutzen, um einen zweigeschossigen Sockelbereich zu schaffen, der für Gastronomie reserviert ist. Die untere Ebene des Sockels ist als Flachbau ausgebildet, der an das eigentliche Hochhaus anschließt. Raumhohe Verglasung, eine offene Treppe am Rand des Baukörpers und eine Dachterrasse über der unteren Ebene sollen das Haus der Stadt nahe bringen, was man beim Blick auf die Bürobauten der Umgebung nur begrüßen kann. (gh)
International ist es auch durchaus üblich, bereits den Flur als "Schleuse" zwischen Nutzungseinheit und Treppenraum zu betrachten und daher derartige Treppenräume als einzigen Fluchtweg in Wohnhochhäusern zuzulassen, teilweise sogar ohne Druckbelüftung. Auch hier scheinen jahrzehntelange Erfahrungen mit Hochhausbränden nicht zu der Ansicht geführt zu haben, daß das besonders gefährlich ist - außer wieder mal in Deutschland.
International ist es auch durchaus üblich an Feuerwehraufzüge geringere Anforderungen zu stellen als in Deutschland. Da die Feuerwehr den Aufzug nur bis ein oder zwei Geschosse unterhalb des Brandgeschosses nutzt, wird etwa eine Rauchfreihaltung des Feuerwehraufzugsschachts ebensowenig für notwendig gehalten wie ein besonderer Vorraum.
ps....herzliche Grüße von der Freiwilligen Feuerwehr Bottrop, die sich naturgemäß über die Verbreitung dieses ja nicht ganz ungefährlichen, aber dafür doch amüsanten Unsinns scheckig lacht...!
zu 1. Mal bitte in die aktuelle Hochhaus-Richtlinie gucken. Auch wenn die in Schweden nicht gilt - es sind vermutlich ähnliche Regelungen. Selbst bei den kleinen Hochhäusern bis 60 m wird da eine Kaskade gefordert: Wohnung/Flur/Schleuse/Treppenraum.
zu 2. Es gibt keine für Rauchschutz qualifizierten Aufzugstüren! Für Brandwiderstand ja, aber nicht für den viel wichtigeren Rauchschutz.
Die "Süla" ist technisch nur eine Spüllüftung zur Rauchverdünnung, die im Hochhaus notwendige Anlage heißt "Rauchschutzdruckanlage" RDA.
Es gibt einen guten Baunetz-Artikel "Rauchfreihaltung von Treppenräumen (RDA)". Und damit diese RDA funktioniert ist eine Schleuse erforderlich!
WER HAT HIER KEINE AHNUNG?