Markisen fürs Markgräflerland
Bürogebäude von LRO in Weil am Rhein
Sparkassen befinden sich meist in kommunaler Trägerschaft. Auch in Weil am Rhein ist dies so, womit sich eine interessante Frage stellt: Inwieweit unterliegen die baulichen Aktivitäten solcher Kreditinstitute auch übergeordneten stadtgestalterischen Zielen? Bei ihrem Neubau für die Sparkasse Markgräflerland stellten sich LRO Lederer Ragnarsdóttir Oei (Stuttgart) dieser Herausforderung. Das namensgebende Markgräflerland erstreckt sich entlang des Rheins in Richtung Freiburg im Breisgau.
Es ist nicht das erste Mal, dass LRO für eine Sparkasse bauen. Bereits 2015 wurde ihr bemerkenswertes Gebäude für das Ulmer Mitglied des baden-württembergischen Verbandes fertiggestellt. In Weil am Rhein entstand ein Dienstleistungszentrum, das unter anderem Verwaltungsfunktionen des bisherigen Hauptsitzes ein paar Straßen weiter südlich übernimmt. Letzteres Gebäude aus dem 1970er Jahren soll nun saniert werden. Das Bauvorhaben geht auf einen Wettbewerb zurück, den LRO im Jahr 2018 gewinnen konnten.
In einer städtebaulich zwar geordneten, aber maßstäblich eher heterogenen Umgebung platzierten die Architekt*innen einen Baukörper mit vier annähernd gleichen Seiten. Der Neubau ist von der Straße etwas eingerückt und gibt damit einem parkähnlichen Grünstreifen Raum, der den östlich anschließenden Wohnbauten vorgelagert ist. Die Höhe des Gebäudes orientiert sich am Umfeld. Ihren gepflasterten Vorplatz beleben LRO mit einem skulpturalen Tiefgarageneingang aus Glasbausteinen. Zusätzlich lockern eine gefaltete Erdgeschossfassade und rote Markisen das Volumen auf. Von der Klarheit der Architektur dürfte dieser Teil von Weil am Rhein in jedem Fall profitieren.
Das Dienstleistungszentrum verfügt über keinen regulären Publikumsverkehr, was sich in der Eingangssituation widerspiegelt. Statt eines großen Foyers erwartet Besucher*innen nämlich direkt eine Betontreppe mit ellipsenförmigem Lauf. Linkerhand befindet sich noch eine Cafeteria und im Zentrum des Gebäudes ein Vortragsraum. Letzterer ist unter dem Innenhof der Obergeschosse angeordnet. Im Alltag dürften viele Nutzer*innen das Gebäude aber ohnehin über die Tiefgarage betreten.
Rund 150 Kernarbeitsplätze und 50 flexibel nutzbare Arbeitsgelegenheiten bietet der Neubau. Diese sind weitestgehend in Großräumen organisiert, die dank vorgespannter Betondecken ohne Stützen auskommen. Teppichböden und Deckenlamellen aus Holz ebenso wie schwere Filzstoffe sorgen dabei für gute akustische Bedingungen. Die Vorhänge ermöglichen schließlich auch eine flexible Gliederung der ansonsten offenen Etagen. (sb)
Fotos: Roland Halbe
Mehr zum Aufbau und Einsatz von Markisen bei Baunetz Wissen
"In der Architekturtheorie versteht man unter Tektonik das Zusammensetzen von Bauteilen zu einem Gefüge beziehungsweise Bauwerk. Gottfried Semper definierte den Begriff als die Kunst des Zusammenfügens starrer, stabförmig gestalteter Teile zu einem in sich unverrückbaren System (Gottfried Semper: Der Stil in den technischen und tektonischen Künsten, 1860).
Das Adjektiv tektonisch bedeutet in diesem Kontext: klar aufgebaut, wie in der Baukunst gefügt. Außerdem wollen Mitglieder der Jugendstil-Bewegung auch, dass ihre Gebäude die dekorative und tektonische Funktion miteinander verbinden.
Der Begriff der Tektonik beschreibt nicht nur den wahren konstruktiven Aufbau, sondern auch dessen sinnbildliche oder symbolische Erscheinung. Die dabei hervorgerufene Vorstellung vom konstruktiven Aufbau muss mit der tatsächlichen Baukonstruktion nicht unbedingt übereinstimmen. Das wichtigste Beispiel für einen solchen Unterschied ist der griechische Tempel,[1][2] wo die tektonische Wirkung mit Hilfe von Ornament erzeugt wird."
Also sind auch Arnos pseudo-klinker tektonisch oder?
warum muss das og überhaupt auskragen? besser hätte man im eg stützen gestellt.
dann die alberne klinker- oder riemchenverkleidung. ohne jede tektonik, reine tapete ("und ob", aber eben nicht überzeugend). dann die steine/fliesen lieber senkrecht verlegen, das wäre ehrlicher und nachvollziehbarer.