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14.01.2026

Bauunternehmen auf Bauschutt

Bürogebäude bei Zagreb von Mikelic Vres Arhitekti


Was für ein passendes, symbolisches Bild: Wo einst Bauschutt abgeladen wurde, sitzt nun die Unternehmenszentrale eines Baufirma. Und zwar nicht einfach auf dem flachen Boden, sondern als streng horizontaler Betonbau auf drei sanft modellierten Hügeln liegend, die die einstige Nutzung des Grundstücks in Erinnerung halten. MDK Gradevinar heißt das Unternehmen, das seit 1967 existiert und sich in der Ortschaft Dubrovčan nördlich von Zagreb eine bemerkenswerte Zentrale gegönnt hat. Der Neubau liegt in einem kleinen, wachsenden Gewerbe- und Industriegebiet in ländlich geprägter Umgebung. Entworfen und gebaut haben ihn Mikelić Vreš Arhitekti (Zagreb).

Grundlage des Projekts bildet die modellierte Topografie mit drei begrünten Hügeln, die einen zentralen Freiraum und die Durchwegung definieren. In diese Hügel sind technische und gemeinschaftliche Nutzungen (etwa die Cafeteria) sowie die Produktion integriert, schreiben die Architekt*innen. Auf den Hügeln liegt ein eingeschossiger Baukörper über quadratischem Grundriss, der um ein zentrales, kreisförmiges Atrium organisiert ist. Konstruiert wurde auf bewährte Art und Weise in Stahlbeton, mit zwei vorgespannten Betondecken, V-förmigen Stützen an der Fassade und vier tragenden Kernen. Die innere Organisation des Hauptgeschosses erfolgt durch nichttragende Trennwände.

Die Büroflächen sind flexibel angeordnet und bieten unterschiedliche Arbeitsformen. Entlang der Fassade befinden sich geschlossene Büros, Besprechungsräume und Arbeitsnischen. Zum Atrium hin punktet der Entwurf mit einer offenen zentrale Erschließungs- und Kommunikationszone, die in den veröffentlichten Fotografien leider etwas unterbelichtet bleibt. Hier befinden sich Empfang, offene Arbeitsplätze, ein Präsentationsraum und ein kleines Auditorium, das sich als offene Tribüne zum Sockelgeschoss hinab orientiert. 

Eine Wendeltreppe aus schwarzem Stahl verbindet vom Sockelgeschoss bis hinauf in einen kleinen, kreisrunden Dachpavillon, der auf dem Hauptgeschoss aufsitzt. Eine Laufstrecke auf dem Dach weist das Unternehmen als offensichtlich engagierten Arbeitgeber aus, der seinen Mitarbeiter*innen direkt vor Ort die Möglichkeit zur körperlichen Ertüchtigung bietet – ganz so, als befände man sich mitten in einem beengten Großstadtkontext. (gh)

Fotos: Jure Živkovic


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