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02.03.2015

Lina Bo Bardi 100

Bücher im BauNetz


Von Jeanette Kunsmann

Brasiliens Moderne ist mehr als Oscar Niemeyers fliegende Betonskulpturen. Aber manchmal braucht es Geduld, Vorarbeit oder ein Jubiläum, um gesetzte Klischees aufzubrechen. Bei Lina Bo Bardi ist es der einhundertste Geburtstag, den die italienisch-brasilianische Architektin am 5. Dezember 2014 feiern würde. Endlich hat sich ihr Werk etabliert, schon lange ist es wiederentdeckt.

Das Architekturmuseum München von Andres Lepik feierte die Stararchitektin 2014 mit der Ausstellung: „Lina Bo Bardi 100 – Brasiliens alternativer Weg in die Moderne“, kuratiert von Vera Simone Bader. Passend dazu – und auch lange überfällig –  ist der gleichnamige Katalog erschienen: Das erste Buch auf Deutsch über Werk, Schaffen und Leben Bo Bardis.

„Es ist wichtig, dass Architektur am Fundament beginnt und nicht bei der Kuppel“, lehrte Bo Bardi ihre Studenten. Sie war eine provozierende Denkerin, die nicht nur als Architektin, sondern als Bühnenbildnerin, Zeichnerin, Herausgeberin, Möbeldesignerin, Urbanistin und Kuratorin arbeitete. 1946 machte sie sich mit ihrem Mann, dem Kunsthändler Pietro Maria Bardi, von Italien nach Brasilien auf – nicht ahnend, dass sie nie wieder nach Italien zurückkehren würde.

Sie schrieb für Magazine wie Gio Pontis Domus und ihr eigenes Magazin Habitat, das sie gemeinsam mit ihrem Mann herausgab. Bauen konnte Lina Bo Bardi in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg: Die Casa de Vidro (1951), ihr eigenes Wohnhaus, war ihre erste Realisierung, 1968 wurde Museo de Arte in São Paulo eingeweiht. Als Schlüsselprojekt gilt ihr 1977 fertiggestelltes Sport- und Kulturzentrum im Arbeiterviertel Pompeia – in den mit Brücken verbunden Betontürmen befinden sich ein Schwimmbad und eine Sporthalle, die bis heute von den Einwohnern São Paulos genutzt werden. 1992 starb Lina Bo Bardi in ihrem eigenem Haus, der Casa de Vidro – ihre Architektur lebt noch heute weiter.


Lina Bo Bardi 100
Andres Lepik & Vera Simone Bader
Hatje Cantz, 2014
Deutsch, Hardcover, 400 Seiten
49,80 Euro

www.hatjecantz.de


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Lina Bo Bardi, 1960

Lina Bo Bardi, 1960

Casa de Vidro, Sao Paulo, 1949–51

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SESC – Fabrica da Pompeia, Sao Paulo, 1977–86

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