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15.01.2026

Kreisrund am Kreisverkehr

Berufsschule in Sigmaringen von LRO


Am nördlichen Stadtrand von Sigmaringen genießt man einen herrlichen Blick über die ehemalige Residenzstadt der Hohenzollern, die sich um das prächtige Residenzschloss im Tal an beiden Donau-Ufern ausbreitet. Hier, wo mit der Hohenzollern- und der Nollhofstraße zwei wichtige Landstraßen in einem Kreisverkehr aufeinander treffen, ist ein großer Neubau für eine Berufsschule entstanden. Den Entwurf für die nach der Autorennfahrerin Bertha Benz benannte Schule entwickelten LRO (Stuttgart).   

Auf dem etwa dreieckigen Grundstück zwischen Sandbühlstadion und Kreiskrankenhaus schafften LRO eine neue Ordnung, indem sie einen 160 Meter langen Riegel in den Hang schoben, aus dem ein teils drei-, teils viergeschossiger Rundbau mit fast 90 Metern Durchmesser nach Süden hervortritt. Dessen Erdgeschoss ist hinter eine Reihe von Rundstützen aus Beton zurückgesetzt, was die Kreisform noch betont. Ein imposanter, offener Freitreppengang mit Blick Richtung Stadt führt unter dem Volumen hindurch aus dem Innenhof der Rotunde den Hang hinunter. In der Praxis dürfte die Schule jedoch hauptsächlich über den Eingang im nördlichen Riegelbau betreten werden, hinter dem ein Parkplatz angelegt wurde.

Der ringförmige Baukörper bietet nicht nur eine klare, wiedererkennbare Kubatur, die es mit der Großform des gegenüberliegenden Kreiskrankenhauses locker aufnehmen kann – er schützt auch vor Straßenlärm. Der Hof im Inneren ist Vorplatz der Aula, Veranstaltungsfläche, zentraler Treffpunkt und möglicher Festplatz zugleich. Überdies lässt sich der Musik- und Rhythmikraum neben dem Haupteingang zum Hof öffnen, sodass er als Bühnenraum für Veranstaltungen und Vorführungen genutzt werden kann. 

Im Ringbau haben LRO die Unterrichtsräume der gewerblichen, ernährungs- und sozialwissenschaftlichen Schule untergebracht. Hinzu kommen alle notwendigen Neben- und Verwaltungsräume. Im Riegelgebäude dahinter liegen vor allem die Werkstätten der verschiedenen Fachbereiche. Begrünte Lichthöfe sorgen für Luftigkeit, die besonders tiefen Werkstätten haben zudem Dachoberlichter oder Oberlichtbänder. 

Beide Baukörper sind durch eine helle, naturfarbene Holzfassade mit weißen Akzenten charakterisiert. Die einzeln herausfahrbaren Sonnenschutzmarkisen zeigen sich weiß-blau gestreift, was „die Leichtigkeit und Heiterkeit des Ensembles“ unterstreichen soll, so hoffen die Architekt*innen. Ebenso betonen sie die Nachhaltigkeit: Trotz eines gewaltigen Programms käme der Bau mit relativ wenig Flächenversiegelung aus, ferner würden die Dachflächen für Begrünung und Photovoltaik genutzt. Massive Betonelemente dienen als Speichermasse. Neben den effizient eingesetzten, langlebigen Betonfertigteilen kamen vor allem nachwachsende Rohstoffe wie Holz für die Fenster, Parkettböden, Sitzbänke und Türen zum Einsatz. Insgesamt erhielt das Projekt eine DGNB-Zertifizierung in Platin. (fh)

Fotos: Roland Halbe


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