Den inneren Widerstand überwunden
Bernardo Baders neues Studio in Bregenz
Nachdem der Bregenzer Architekt Bernardo Bader über fünfzehn Jahre in einer alten Werkstätte gearbeitet hatte, entschied er, für sich und seine Mitarbeiter*innen ein eigenes Haus zu bauen, in dem gearbeitet aber auch gewohnt werden kann. „Ich überwand meinen inneren Widerstand“, sagt Bader dazu. Für sich selbst zu bauen, wollte der Architekt bisher möglichst vermeiden. Das angemietete Atelier in einer ehemaligen Spinnerei war jedoch baufällig und für das wachsende Team zu klein geworden – „eine sympathische Bruchbude eben", wie Baders Mitarbeiterin Judith Wellmann sagt.
Bei seinen Spaziergängen durch Bregenz fiel Bader eine verwahrloste Parzelle ins Auge, auf der eine nicht mehr betriebene Trafostation stand. Für Investoren war das kleine Grundstück trotz seiner zentralen Lage nahe des Bahnhofs anscheinend nicht interessant, da es wegen der schlichtweg nicht zu realisierenden Parkgarage nicht rentabel zu bespielen war. Mit etwas Glück konnte der Architekt das Grundstück kaufen. „Wer sich an die lange vernachlässigte Ecke erinnert, wird heute seinen Augen nicht mehr trauen“, sagt Bader. Direkt an der Klostergasse steht ein markanter Viergeschosser aus dunkel gefärbtem Sichtbeton, der sich von den dahinter liegenden wuchtigen Häusern der Bezirkshauptmannschaft und der Landespolizei deutlich absetzt.
Die vier Ebenen verfügen über die eine vergleichbare räumliche Grunddisposition, doch die großformatigen Fensteröffnungen sind versetzt über das Volumen verteilt und schaffen somit unterschiedliche Ausblicken. Alle Ebenen sind so ausgelegt, dass darin sowohl gearbeitet, als auch gewohnt werden kann. Derzeit nutzen Bernardo Bader Architekten die unteren beiden Stockwerke, die darüber liegenden Etagen sind in drei Wohnungen aufgeteilt und vermietet. Prinzipiell könnte Baders Büro in dem Haus also noch über die derzeitigen zwölf Mitarbeiter*innen hinauswachsen, wobei er das eigentlich gar nicht anstrebe, so der Architekt. Wie es auch kommen mag, die flexible Nutzbarkeit gibt dem Gebäude einen langfristigen Wert.
Das Haus ist eine massive Stahlbetonkonstruktion. Decken, Fassaden und Dach sind aus demselben Material gegossen. Der dunkel gefärbte Beton wurde handwerklich geschalt und roh belassen. Die Decken der zweischaligen Konstruktion liegen neben den tragenden Wänden auf sieben Stützen auf. Im Inneren kamen naturgekalktes Fichtenholz und Einbauten aus rohem Stahl zum Einsatz, was den Wohn- und Atelierräumen eine charakteristische Atmosphäre verleiht.
Seinen Ausflug in die Bauherrschaft bereut Bader indes nicht: „Stimmungsvoll bis ins Detail und von anregender Radikalität fasziniert uns der Bau nachhaltig. All das soll unser architektonische Denken veranschaulichen und dem Gebäude ein Wesen geben.“ (tl)
Fotos: Adolf Bereuter
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ich wünsche mir einen Artikel über die Kommentarspalte im Baunetzt. Es gibt Kommentatoren, die offensichtlich jeden Tag ihre 10 Zeilen im Baunetz verewigen. Mich interessiert, wer sich dahinter verbirgt. Sind diese Menschen praktizierende Architekten? Wie sehen ihre Projekte aus, wie sehen ihre Büros aus, wie ihre Wohnzimmer? Was für ein Gebäude ist ihrer Ansicht nach ein gutes Beispiel? Vielleicht könnt ihr ein Spezial heraus bringen, zu Weihnachten oder so.
Er wurde wohl immer so drapiert, das die coole Tristesse der Räume nicht sofort ins Auge fällt. Dazu der elegante edelstählerne Übertopf den ich noch aus den Sparkassen im Oberpfälzischen kenne, also schöner geht es nicht . Auch von aussen rockt das Teil so richtig. Eine tolle, staubtrockene Setzung. Bei der freiwilligen Feuerwehr bei uns im Dorf hatten wir ein Übungsgebäude das sah ganz ähnlich aus.