Stars auf die Brachen!
Baustart für Limmatfeld in Zürich
Adolf Krischanitz, Hans Kollhoff , Gigon Guyer sowie Baumschlager-Eberle sind die Architekten eines neuen Stadtquartiers in Zürich. „Stars auf die Brachen! Lockt solvente Käufer!“ könnte hier der Slogan heißen. Die Neue Zürcher Zeitung formulierte: „Mit der Vergabe der Projekte an Stararchitekten möchten die Verantwortlichen ein gut situiertes, urbanes Publikum fürs Wohnen im Limmatfeld gewinnen.“ Zumindest werben Max, Veronika, Sabine, Stefan und all die anderen aus der Mittelschicht auf der eigens für den Wohnungsverkauf geschaffenen Internetseite für das neue Stadtquartier. Am Donnerstag ist Baustart für die zweite Etappe des neuen Stadtteils „Limmatfeld“ in Zürich.
Das ehemalige Areal des Maschinenherstellers Rapid am Bahnhof Dietikon ist in insgesamt elf Baufelder unterteilt. Restaurants, Cafés, Büros, Gewerberäume, Läden, Promenaden, Plätze und Gärten sollen hier für bis zu 3.000 Bewohner entstehen. Dazu kommen zwischen 1.500 bis 2.000 Arbeitsplätze. Die Gesamtplanungen gehen auf ein städtebauliches Konzept von Hans Kollhoff zurück: klassische Blockrandbebauung und freistehende Stadthäuser-Gruppen.
Für die Baufelder A und B im westlichen Teil des Quartiers werden nun die Gebäudekomplexe von Adolf Krischanitz, Wien, und der von einem anderen Büro mittlerweile überarbeitete Komplex von Hans Kollhoff, Berlin, verwirklicht. Kollhoffs Stadthaus mit Erkern und Loggien sollte aus Kostengründen nicht mehr verputzt werden - daraufhin nahm der Architekt Abstand vom Projekt. Auf den beiden Grundstücken sind 212 Wohnungen und Büro-, Gewerbe- und Ladenflächen vorgesehen.
Fast genau vor einem Jahr war Grundsteinlegung für das erste Wohnungsbau-Projekt „Erlenhof“ auf etwa 6.000 Quadratmetern. Das 2005 aus einem Studienwettbewerb hervorgegangene Projekt von Gigon/Guyer aus Zürich umfasst drei markante vierstöckige Gebäude. Die 85 Miet- und Eigentumswohnungen sind im Spätherbst 2009 bezugsbereit.
Auf dem Baufeld F wird ein Neubau des Vaduzer Büros von Baumschlager/Eberle realisiert. Jedes Jahr wird ein neues Baufeld begonnen. Die Realisierung des ganzen Areals sowie die Pflanzung aller restlichen Bäume wird im 2016 abgeschlossen sein.
Einer der halt mal nicht die immer langweiligen Kisten in die Welt seltzt. Er baut fürs Gemüt.
Was ist daran falsch?
Die meisten Architekten glauben ihr Werk sei misslungen, wenn jemand ihr Gebäude "schön" findet.
Die heutige Architektur ist wahrlich ein einziger Anachronismus, Kollhoff ist für mich Zukunft. Eine Zukunft in der die ideologischen Grabenkämpfe, für welche sich nur noch die Fachwelt interessiert, überwunden sind.
Svenski:
"querdenken mit der visions- und gefühllosen reproduktion groß-bourgeoiser klischees in meist banal-mittelmäßiger ausführungsqualität zu verwechseln."
Warum soll Ästhetik nur der Oberschicht vorbehalten sein? Die Architekten der Moderne haben ja dem sozialen Wohnungsbau erst jeden grundlegenden Anflug von Schönheit ausgetrieben. Am Mehringplatz in Berlin würden sich die Menschen wünschne nicht in Scharoun-Kästen sondern in nem Kollhoff-Block leben zu können.