Wohlfühltemperatur
Baumschlager Eberle bauen sich ein Büro in Lustenau
„Weniger Energie mit weniger Technik“ – das war das erklärte Ziel der Architekten be baumschlager eberle beim Bau des gemischt genutzten Hauses „2226“ im Vorarlberger Ort Lustenau. Neben fremdvermieteten Räumen und Galerie sowie Cafeteria beherbergt das neue Gebäude Büroräume der Architekten.
Bisher wurde die Reduktion des Energieverbrauchs eines Gebäudes durch höheren Aufwand bei Unterhalt und Wartung erkauft. Dieses Gebäude hingegen kommt ohne Heizung, Lüftung und Kühlung aus. „Kurzlebige Geräte-Hardware wird durch die Software einer Steuerung der Energieströme ersetzt“, erläutern die Architekten. Das Haus biete optimale Voraussetzungen für eben diesen Fluss der Energie: „Statt eines Gebäudes, das auf die Haustechnik reagiert, antwortet es auf den Eintrag des Menschen: auf seine Körperwärme, seine Humidität, auf seine Umwandlung von Sauerstoff in CO2.“
Die Lenkung der Energieströme erfolgt über Sensoren, die innen an den Fenstern angeschlagene Lüftungsflügel steuern. Einfache, massive Bauteile dienen als Speichermasse, so besteht die Fassade aus 76 cm breiten Ziegelwänden. Die kompakte Form des Gebäudes verbessert den Energieeinsatz, langlebige Kalkputzfassaden sorgen für die Diffusion nach außen hin. Die skulpturale Form erzeuge aber auch einen kulturellen Mehrwert, sind die Architekten überzeugt.
Seit Juli sitzen sie in dem Neubau, und seitdem konnte die „weltweit akzeptierte Wohlfühltemperatur“ von 22 bis 26 Grad eingehalten werden, berichten die Planer, die gleichzeitig Nutzer sind. Auf dieses Temperaturspektrum bezieht sich denn auch der Name „Haus 2226“.
Fotos: archphoto / eh+il
Davon abgesehen haben B+E hier doch sehr viel "Gestaltung" gemacht. Die geschwungenen Wände, die leichte Verdrehung der Geschosse, alles sehr subtil und fein umgesetzt. Das kann man gut oder schlecht finden, aber so wichtig ist das alles nicht. Wirklich herausragend an diesem Gebäude ist doch die grundsätzliche Infragestellung unser gegenwärtigen Baupraxis. Das Echo hier im Baunetzt belegt das darin die eigentliche Provakation besteht. Das energetische Konzept ist eine Kampfansage an den panischen, kurzsichtigen Einsatz von WDVS, der in Warheit die Probleme von heute nur in die Zukunft verlagert. Was machen wir mit dem ganzen Plastikmüll der uns in 15 Jahren von den Wänden fällt? Man sollte eine Technologie erst bis ans (bittere) Ende denken bevor man Sie im grossen Maßstab einsetzt.
Glücklicher Weise sind heute viele Architekten von diesem Stil abgekommen. Denn mehr optische lange Weile kann man kaum produzieren.
Wenn man es schon gegeneinander aufrechnen will dann bitte genau vergleichen. Rohstoffgewinnung (einschliesslich Transport der Rohstoffe) - Herstellung - Verarbeitung - Nutzung - Langlebigkeit - Entsorgung - Kosten. Die Reduzierung der Bauteilschichten vermeidet Fehler und die unzähligen Klebefugen halten auch nur bis kurz nach dem Blower-Door-Test. Die 70cm leisten ja auch was - als Speichermasse - dadurch kann erst auf die Heizung verzichtet werden.