Kubus der Rechtsprechung
Baumschlager Eberle bauen Justizgebäude in Caen
Das Pariser Büro BE Hauvette, das zur Baumschlager-Eberle-Gruppe gehört, hat in Zusammenarbeit mit dem Atelier d’Architecture Pierre Champenois einen dreiphasigen Wettbewerb für ein neues Justizgebäude im nordfranzösischen Caen als einziger Preisträger gewonnen. Das wurde am 11. Januar in Caen offiziell bekannt gegeben.
Die Architekten wollen mit der simplen Geometrie ihres öffentlichen Gebäudes „die Bedeutung der Rechtsprechung mit den Möglichkeiten der Architektur hervorstreichen“. Der Kubus mit seinen vertikalen Betonsäulen in der Fassade setze außerdem „einen sehr klaren Bezugspunkt für den Entstehungsort und seine Umgebung. Dies geschieht durchaus auf selbstbewusste Weise, entsprechend der Bedeutung der Bauaufgabe“.
Der orthogonale Grundriss bildet laut den Architekten die Voraussetzung für die Organisation der Bedürfnisse des Justizgebäudes. So sind etwa alle Arbeitsräume an den Fassaden platziert, während die Erschließungen immer an den Stirnseiten münden. Vom Haupteingang weg führt eine Achse direkt in die Mitte des Gebäudes. Dort eröffnet sich ein Atrium, das über alle fünf Etagen reicht und das „Herz“ des Hauses bildet. Das Atrium ist Orientierungsspunkt und auch Maßstab für die Dimensionierung des gesamten Innenraumes.
Im erste Obergeschoss befinden sich die zweigeschossigen Gerichtssäle. Sie werden von einer gläsernen Schicht umgeben, die als Aufenthaltszone mit Aussicht auf Caen dient. Die hohe Transparenz wiederum bietet von außen eine Sicht auf die Eingänge zu den Gerichtssälen. In der Nacht „schwebt“ dieser Aufenthaltsbereich gleichsam über dem Boden, tagsüber betont er die Bedeutung dieser Etage durch die Unterbrechung der Fassadenstruktur.
Baubeginn für das Justizgebäude in Caen ist Herbst 2013, die Fertigstellung soll im dritten Quartal 2015 erfolgen.