Schluss mit der Debatte?
Baukultur-Diskussion um Berliner Schloss
Viele können die zweifelnden Stimmen nicht mehr hören und verweisen auf einen demokratischen Bundestagsbeschluss und ein einstimmiges Wettbewerbsergebnis. Für viele andere jedoch beginnt die Debatte jetzt erst recht: In der Frage, ob und wie das Berliner Schloss als „Humboldt-Forum“ rekonstruiert werden soll, scheiden sich die Geister scharf.
In jedem Falle also verdienstvoll und nötig, dass die Bundesstiftung Baukultur und die Akademie der Künste sich des Themas annehmen und eine hochkarätig besetzte Podiumsrunde für den 8. März 2009 in Berlin zusammengestellt haben. Titel: „Die Schlossdebatte – Schluss mit der Debatte? Ein Dialog zwischen Architekten, Architekturkritikern und der interessierten Öffentlichkeit“.
Nach einer Einführung seitens der Akademie durch Werner Durth diskutieren auf dem Podium Petra Kahlfeldt und HG Merz, beides Jurymitglieder mit unterschiedlichen Rekonstruktions-Ansichten, der Stadtplaner Peter Zlonicky aus München, dessen Konsens-Stil noch immer alle Widersprüche egalisiert hat, der Architekturkritiker Falk Jaeger, der sich wider jeden Zeitgeist stets scharf gegen die Rekonstruktionsabsicht gewendet hat, und schließlich der wortgewandte Berliner Kritiker Gerwin Zohlen, dem man eine Nähe zu konservativen Berliner Positionen im Stimmann-Gefolge nachsagt. Moderiert wird das Ganze vom Präsidenten der Bundesstiftung Baukultur, Michael Braum.
Termin: Sonntag, 8. März 2009, 11.30 Uhr
Ort: Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin
und apropos menscheberachtend: schaut euch doch mal den schlossentwurf genau an. der innenhof, das foyer, das belvedere, und das cafe und restaurant im keller ....... das ist in meinen augen menschenverachtend.
be wilhelm, be speer, be berlin.
"aufgewärmte Debatte(Quatschen ja nur Intellektuelle um den kalten Brei)"
Konntet mich nicht überzeugen, ich will ein "oberflächlicher" Schöngeist bleiben (anstatt ein verbildeter Intellektueller).
Und wie man 'Intellektuelle' dermassen abwertend gebrauchen kann und sich selbst dann im (über)nächsten Satz als 'Schöngeist' zu bezeichnen ist mir rätselhaft.
-> 'Die Politik braucht in jedem Land den Intellektuellen, denn bei ihm ist es am wahrscheinlichsten, dass der Mensch im Zentrum seiner Überlegungen steht.' Gorbatschow
Für 'Schöngeister' zählt anscheinend im wahrsten Sinne des Wortes nur die äussere Fassade und die nette Oberfläche. Da sind mir kritisch hinterfragende Intellektuelle allemal lieber.
Sam
Dem Grundsatzentscheid des Bundestags lagen keine Erkenntnisse oder Studien vor, die eine allfällige Neubebauung aus unserem zeitlichen und geschichtlichen Kontext berücksichtigt hätten können.
Nach Abschluss des Wettbewerbs liegt nun ein konkreter Entscheid vor. Über diesen kann erst jetzt und MUSS gesprochen werden.
Es muss erlaubt sein, ein Resultat als Irrweg und als Schlussfolgerung daraus einen Bundestagsbeschluss als Irrweg zu betrachten oder zumindest aus diesem Irrweg für die Zukunft an anderen sensiblen Orten zu lernen.
Gerade eine Demokratie kann sich beweisen, dass es ggf. gilt, Fehler einzugestehen und nach neuen Wegen zu suchen.
Man sollte nicht ein Trauerspiel gnadenlos durchziehen, wenn man eigentlich eine Komödie spielen wollte und vom Weg abkam!